Auf dem Weg zum Apple-Monopol

US-Elektronikhersteller vermeldet neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn

  • Christoph Nitz
  • Lesedauer: 2 Min.
Apple will sein neues Betriebssystem nur noch über den eigenen Internetshop anbieten. Der Kunde soll quasi an den Konzern geschmiedet werden.

Apple macht derzeit scheinbar alles richtig: Ein weiteres Mal konnte der US-Elektronikkonzern neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn für das aufgelaufene Quartal präsentieren. Und mit der Einführung des neuen Betriebssystems »Mac OS X Lion« wird sofort nachgeladen. Dieses gibt es nicht mehr auf physischen Datenträgern, sondern nur noch im firmeneigenen Software-Laden via Internet als Download. Apple will erstmals den Zwischenhandel ausschalten und drückt dieses Programm deshalb mit dem Kampfpreis von 23,99 Euro in den Markt. Zum Vergleich: Konkurrent Microsoft verlangt für das vergleichbare »Windows 7« zwischen 119,99 und 299 Euro.

Im Juli 2001, als der Konzern eigene Läden zu eröffnen begann und das Musikabspielgerät iPod auf den Markt brachte, hatte Apple noch stolz einen Gewinn von 61 Millionen Dollar vermeldet. Zehn Jahre danach ist der Quartalsgewinn auf 7,3 Milliarden Dollar angeschwollen – bei einem Umsatz von 28,57 Milliarden Dollar ergibt dies eine Gewinnmarge von 41,7 Prozent. Der Umsatz stieg um 82 Prozent, der Gewinn sogar um 125 Prozent zum Vorjahresquartal. Diese Zahlen sind die glänzende Seite der Medaille, die Schattenseite sind die Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter in China und Taiwan, zu Lasten derer Gesundheit der kalifornische Konzern – und nicht nur dieser – seine Profite einstreicht.

Auch die Verkaufszahlen sind weiter stark gestiegen. So konnten 20,34 Mobiltelefone (iPhones) abgesetzt werden, was einem Plus von 142 Prozent zum Vorjahr entspricht. Bei den Tabletcomputern (iPads) betrug der Zuwachs 183 Prozent – insgesamt wurden 9,25 Millionen Geräte verkauft. Bei den herkömmlichen Rechnern legte man um 14 Prozent auf 3,95 Millionen Macs zu. Nur der iPod musste einen Rückgang um 20 Prozent auf 7,54 Millionen Stück hinnehmen. Aber da immer mehr Menschen Musik mit ihrem Mobiltelefon hören wollen, wurden die Ergebnisse an der Börse mit einem Kurssprung von fast sieben Prozent auf das Allzeithoch von 400 Euro gefeiert.

Das neue Betriebssystem übernimmt etliche Neuerungen, die Apple bereits bei mobilen Geräten erprobt hat – so kann man den heimischen Computer nun ebenfalls per Fingerdruck auf den Bildschirm steuern. Der Verkauf von Software über den eigenen Internetshop App-Store soll die Kundenbindung an das Unternehmen weiter festigen. Zusammen mit »Mac OS X Lion« wurden auch neue, ultraleichte Notebooks der Reihe »Macbook Air« in den Handel gebracht.

Apple ist beim Börsenwert inzwischen der wertvollste Technologiekonzern der Welt und schlägt den einstigen Platzhirschen Microsoft inzwischen auch beim Umsatz. Mit dem Wachstum des früheren Computer-Exoten steigt aber auch die Kritik an der Firmenpolitik – viele sehen die Gefahr, dass ein neuer Monopolist entsteht, der über ein geschlossenes System aus Hard- und Software verfügt.

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