Wenige Arbeitskräfte kommen aus Osteuropa
Erste Bilanz zur Öffnung des Arbeitsmarkts
Nürnberg (AFP/ND). Die seit dem ersten Mai geltende uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit für Menschen aus acht mittel- und osteuropäischen Staaten ist zu Beginn vor allem von bereits in Deutschland lebenden Menschen genutzt worden. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in einer ersten Bilanz der Zahlen bis zum 31. Mai mitteilte, führte der Wegfall der Beschränkungen zu einem Anstieg um 24 000 Beschäftigte mit Herkunft aus den acht Staaten.
Weil der Anstieg deutlich über den in dieser Zeit gemeldeten 10 245 Zuzügen aus diesen Ländern sowie über dem Saldo aus Zu- und Fortzügen nach dem Ausländerzentralregister liegt (plus 8027), haben laut BA »zum größeren Teil« die Neu-Beschäftigten wohl schon vorher in Deutschland gelebt und hier entweder gar nicht oder als Selbstständige gearbeitet.
BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker erklärte, »nach wie vor hält sich der Zustrom osteuropäischer Arbeitskräfte in Grenzen«. Die meisten der aus Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland oder Litauen zugewanderten Menschen hätten Arbeit in den traditionellen Branchen gesucht. So fielen von den 24 000 Arbeitszuzügen 8100 auf die Land- und Forstwirtschaft, 2700 auf das Baugewerbe und 2200 auf das Verarbeitende Gewerbe.
In der Land- und Forstwirtschaft sei es vor allem um geringfügige Beschäftigung gegangen, erklärte Becker. Insgesamt erhielten 9000 der Zugewanderten einen Job als geringfügig Beschäftigte, 15 000 fanden eine sozialversicherungspflichtige Arbeit. Becker erklärte, die Zuwanderer stellten »keine nennenswerte Konkurrenz für heimische Arbeitslose dar«.
Von den Zugezogenen fanden 85 Prozent einen Job in den alten Bundesländern. Den in absoluten Zahlen stärksten Anstieg gab es mit 4700 in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (4500) und Niedersachsen (3600).
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.