Schwache Netze

Studie: Windräder werden immer öfter abgeschaltet

  • Lesedauer: 1 Min.

Berlin (AFP/nd). Wegen schwacher Stromnetze müssen Windräder in Deutschland einer Studie zufolge immer häufiger abgeschaltet werden. Der Umfang der zwangsweisen Drosselung habe sich von 2009 auf 2010 mindestens verdoppelt, heißt es in einer Untersuchung, die der Bundesverband Windenergie (BWE) in Auftrag gab.

Ursache war laut der Studie des Beratungsunternehmens Ecofys die zunehmende Überlastung von Hochspannungsleitungen und Um-spannwerken. 2010 schalteten die Betreiber Windkraftanlagen 1085 Mal an insgesamt 107 Tagen ganz oder teilweise ab. Dies sei ein »signifikanter Anstieg« gegenüber 2009 mit 285 Abschaltungen an 65 Tagen. Die Strommenge, die dadurch nicht im Stromnetz ankam, sei bis zu 69 Prozent höher gewesen als 2009.

Abschaltungen erfolgen im Allgemeinen dann, wenn viel Strom erzeugt wird, gleichzeitig die Nachfrage aber gering ist. Betroffen sind der Studie zufolge meistens Nord- und Ostdeutschland, wo besonders viele Windräder stehen. Häufig könne der dort produzierte Strom auch nicht in den Süden transportiert werden, wo er unter Umständen benötigt würde. Zudem sei deutlich geworden, das es Probleme bei der vereinbarten Entschädigung gebe. Die Zahl der von den Windanlagenbetreibern gemeldeten Abschaltungen sei sehr viel höher als die der Bundesnetzagentur vorliegenden Daten. Foto: dpa/Carsten Rehder

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