Belgrad: Kein Kompromiss mit Kosovo
Fronten bleiben verhärtet
Belgrad (dpa/nd). Die serbische Regierung hat dementiert, dass ein Kompromiss mit Kosovo über das gemeinsame Auftreten der beiden Staaten auf internationalen Konferenzen erzielt wurde. Die Fronten zwischen Belgrad und Pristina seien vielmehr in dieser Frage verhärtet, sagte der serbische Chefunterhändler Borislav Stefanovic der Belgrader Zeitung »Novosti« am Freitag. Daher stehe auch die Fortsetzung der von der EU vermittelten Verhandlungen in Brüssel in den Sternen.
Die albanische Chefunterhändlerin Edita Tahiri hatte am Vortag behauptet, beide Seiten hätten einen Kompromiss gefunden. Danach solle vor Delegationen der albanisch geführten Kosovo-Regierung bei internationalen Treffen ein Namenschild nur mit der schlichten Aufschrift »Kosovo« - ohne den Zusatz »Republik« - stehen. Dagegen sagte Stefanovic, Belgrad bestehe nach wie vor darauf, dass Kosovo als formeller Teil Serbiens kenntlich gemacht werden müsse. Das lehnt die Kosovo-Regierung in Pristina strikt ab.
Die serbische Provinz hatte sich vor vier Jahren von Serbien für unabhängig erklärt und ist inzwischen von 86 Staaten anerkannt worden. Laut serbischer Verfassung aber ist Kosovo immer noch ein Teil Serbiens. Obwohl die Serben in Kosovo vor allem auf Grund von Vertreibungen inzwischen nur noch weniger als zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, stellen sie im Norden die Mehrheit.
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