Steiniger Weg zur Wahl
Betriebsrat durchgesetzt
Hildburghausen (nd-Öfinger). Nach monatelangem Widerstand der Geschäftsleitung hat die Belegschaft der Firma Alupress GmbH in der Südthüringer Kreisstadt Hildburghausen am Mittwoch erstmals einen Betriebsrat gewählt. Wie Thomas Steinhäuser von der IG Metall Suhl-Sonneberg auf nd-Anfrage mitteilte, haben knapp 77 Prozent der rund 160 Beschäftigten am Urnengang teilgenommen. Dem neuen Betriebsrat gehören sieben Beschäftigte an.
In den letzten Tagen waren die Alupress-Manager mit ihrem Antrag auf Abbruch der Wahlvorbereitungen beim Arbeitsgericht Suhl und beim Erfurter Landesarbeitsgericht gescheitert. In der Lokalpresse hatten sie behauptet, dass die Mehrheit der Belegschaft keinen Betriebsrat wolle. »Es verwundert nicht, dass die Belegschaft das ganz anders sieht«, sagte Steinhäuser. Es sei auch dem Rückgrat der Wahlvorstandsmitglieder zu verdanken, »dass trotz brachialer Gegenwehr die Betriebsratswahl planmäßig stattfand«. Nun stünden weitere Betriebsratsgründungen auf seinem Programm, so Steinhäuser. Bislang gebe es nur in rund 50 von 400 Betrieben im Bereich der IG Metall Südthüringen eine Interessenvertretung, Tendenz steigernd. Jede erfolgreiche Erstwahl trage dazu bei, dass arbeitende Menschen die Scheu verlören und ihre Erfahrung weitergäben. Einmal gegründete Betriebsräte hätten in aller Regel Bestand, so der Gewerkschafter. Der Vorteil gegenüber betriebsratsfreien Firmen sei für die Beschäftigten bei der Regulierung von Arbeitszeit und Mitbestimmung spürbar.
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