Übergabeprotokoll ist keine Vorschrift

Wohnungswechsel

  • Lesedauer: 1 Min.
Beim Auszug aus der bisherigen Wohnung und beim Einzug in die neue ist zu raten, dass Mieter und Vermieter (Verwalter) ein Protokoll über den Zustand der Wohnung anlegen und es gemeinsam unterschreiben.

Eine gemeinsame Wohnungsbegehung zur Besichtigung der Mieträume ist weder zu Beginn des Mietverhältnisses noch bei seinem Ende gesetzlich vorgeschrieben. Auch die Erstellung eines Wohnungsübernahme- oder Wohnungsabnahmeprotokolls ist nicht vom Gesetzgeber gefordert. Deswegen ist ein Wohnungsabnahmeprotokoll auch nicht Voraussetzung für die Rückgabe der Wohnung, auch wenn diese Auffassung weit verbreitet ist. Insofern sind Mieter nicht verpflichtet, ein vom Vermieter diktiertes Protokoll zu unterschreiben, denn die Unterschrift kann im Zweifel als (nicht gewollte) Bestätigung von Mängelbeseitigungspflichten gelten!

Von einer Unterschrift ist immer abzuraten, wenn der Mieter mit Inhalt oder Teilen davon, nicht einverstanden ist. Mit seiner Unterschrift erkennt er den Zustand der Wohnung und mögliche Forderungen des Vermieters an.

Dennoch sollte der Mieter beim Wohnungswechsel schon zu seiner eigenen Sicherheit gegen spätere Forderungen auf ein Protokoll bestehen und darauf achten, dass es dem tatsächlichen Wohnungszustand entspricht. Also nichts unter Zeitdruck oder aus Gefälligkeit vorschnell unterschreiben! Man kann sich Zeit lassen, um alles in Ruhe durchzulesen.

Bei der Besichtigung sollte möglichst immer ein Zeuge dabei sein, der die Richtigkeit der Angaben bestätigen kann. Gut ist es auch, Fotos von den Räumen zu machen, was mit einer Digitalkamera kein Problem sein dürfte.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.