Werbung

De Maizières Baumschule

Militärminister gibt sich in Afghanistan optimistisch

  • Lesedauer: 2 Min.
Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière stellt sich auf einen schwierigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ein.

Kundus/Berlin (dpa/nd). »Von einem Baum runterzuklettern ist komplizierter, als auf einen Baum raufzuklettern«, sagte de Maizière am Dienstag bei einem Besuch am Hindukusch. Der Minister geht nicht mehr davon aus, dass Pakistan die wichtige Ostroute schnell freigeben werde. Das bedeutet, dass mehr Material auf dem Luftweg und durch das Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr im Norden abtransportiert werden muss. Eine Kostenschätzung und einen Personalplan will der Minister im Herbst vorlegen.

Bei der Sicherheitslage gibt es laut de Maizière angeblich erhebliche Verbesserungen. Nach 2010 mit vielen Verlusten in der Bundeswehrtruppe sei die Zahl der Angriffe und Anschläge im vergangenen Jahr um 39 Prozent zurückgegangen, sagte er. In den ersten Monaten dieses Jahres habe es einen weiteren Rückgang um 31 Prozent gegeben. »Wir sind ungefähr auf dem Niveau von 2009. Das ist immer noch keine stabile Sicherheitslage, da gibt es nichts drum herumzureden, aber es ist ein großer Fortschritt.«

Der Militärminister besuchte Afghanistan zum siebten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten. In den Feldlagern von Kundus und Masar-i-Scharif sprach er mit deutschen Soldaten. Die Bundeswehr bereitet sich seit Anfang des Jahres auf den Rückzug vom Hindukusch vor. Die Truppenstärke wurde bereits von einst bis zu 5350 auf rund 4800 Soldaten reduziert. Der Abbau des Feldlagers in Feisabad - eines von drei großen Bundeswehr-Camps - hat bereits begonnen. Bis Ende 2014 muss die Bundeswehr bis zu 1700 Fahrzeuge und 6000 Container aus Afghanistan abtransportieren.

De Maizière betonte, dass nicht das komplette Material abtransportiert werden müsse. »Wir wollen hier aber auch keinen Schrotthügel hinterlassen.« Die Bundeswehr hat nur sehr begrenzte Transportkapazitäten. Für den Luftweg hat sie Zugriff auf Transportmaschinen der Typen Antonow und Iljuschin aus russischer Produktion.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.