Gastgeber mit wenig Chancen

Ab Freitag 27. Turnier der Meister in Cottbus

  • Eckhard Herholz
  • Lesedauer: 2 Min.
Vor dem zweiten Weltcup der Turner am Wochenende in Cottbus (Beginn Freitag 13 Uhr, Sonnabend und Sonntag 14 Uhr) meinte der neue Männer-Bundestrainer Andreas Hirsch: »Wir sollten vor allem das Gesicht waren.« Hintergrund seiner Bemerkung sind akute Verletzungssorgen. Der Mehrkampfmeister Sven Kwiatkowski (Chemnitz) verletzte sich letzten Sonntag beim Weltcup-Auftakt in Paris und musste sich inzwischen einer Fußoperation unterziehen. Sergei Pfeifer (Hannover) kann nach Knieoperation erst im April wieder an eine Belastung denken, und Dmitri Nonin (Berlin) ist nach Krankheit noch nicht wettkampfreif. So kommen beim 27. Turnier der Meister der Stuttgarter Stephan Zapf, der in Paris als Fünfter an den Ringen keine schlechte Figur machte, der Cottbuser Lokalmatador Ronny Ziesmer und der Hallenser Christian Berces zum Einsatz. Außer an den Ringen sieht der Bundestrainer bei fast völlig versammelter Weltspitze keine weitere deutsche Finalchance. Frauen-Bundestrainerin Petra Theiss schickt Birgit Schweigert (Köln), Katja Abel (Berlin) und Yvonne Musik in den Wettkampf. Auch hier ist das Erreichen der Finals bereits das höchste der Erwartungen, ist doch die Weltspitze aus deutscher Sicht in weite Ferne gerückt. Mit vielen Stars der Szene, so den russischen Olympiasiegerinnen Swetlana Chorkina und Jelena Samolodschikowa, mit dem Pauschenpferd-Virtuosen Marius Urzica (Rumänien) oder Jordan Jowt- schew (Bulgarien) sowie der Rekordzahl von über 130 Athleten aus 42 Nationen erlebt die Lausitz-Arena ein Highlight. Um so bedauerlicher ist der beträchtliche Rückzug des Landes Brandenburg und Stadt Cottbus bei der finanziellen Absicherung, so dass der Cottbuser Turnierdirektor Sylvio Kroll mit seinem Team den Großteil des Risikos selbst tragen muss. Diesem weltweit traditionsreichsten Turnier, das 1973 Premiere hatte (damals in Schwerin), in den 70er Jahren einmal in Berlin stattfand und seit 1979 ohne Unterbrechungen nun schon zum 25. Mal von Cottbus ausgerichtet wird, ist auch in Zukunft eine Fortsetzung zu wünschen, obwohl dafür die Zeichen nicht sehr günstig stehen. Weitere Weltcup-Stationen sind Saloniki (28./29. März) und Stuttgart (29./ 30. November).

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