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b Boxen und durchboxen

Eine Unternehmerin behauptet sich in einer typischen Männerdomäne, der Baubranche Von Silvia Ottow

  • Lesedauer: 2 Min.

Langsam steigt Marina Schilling in der Streustraße 8 im Berliner Sanierungsgebiet Weißensee die Treppen hinauf. Konzentriert betrachtet sie Türen, Fenster, Fußböden. Einmal läßt sie sich ein Maß geben, kontrolliert die Höhe der Fensterbänke. Ihre Fragen stellt sie leise, aber bestimmt an Polier Dirk Maschinski. Der antwortet auch eher knapp. Wenn die blonde Bauunternehmerin gegangen ist, wird er wieder der Chef hier sein.

Bei der Besprechung im Bauwagen sitzen außer den beiden noch Gerd Redlich, Geschäftsführer der verantwortlichen Bau-und Sanierungsgesellschaft, Bauleiter Reinhard Tschapke sowie Bauplaner Eckart Reimann. Redlich kennt Marina Schilling von früherer gemeinsamer Arbeit. Auch ein nächstes Projekt haben sie zusammen geplant. Hört man ihrem Gespräch zu, hat man den Eindruck, daß er sie schätzt. Aber Baustellen sind nicht der Ort für große Worte.

Marina Schilling ist seit 1993 selbständig in ihrem Beruf. Nicht freiwillig, denn die 37jährige verlor wie viele nach der Wende ihren Arbeitsplatz. Zuvor hatte sie einige Jahre für die Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain gearbeitet. Sie war für die Herrichtung von Gewerberäumen in ihrem Stadtbezirk zuständig und hatte schnell gemerkt, daß ihr in puncto Holzbeschaffenheit doch einige Kenntnisse fehlten, die ihr während des Straßen- und Tiefbaustudiums an der Technischen Universität Dresden nicht vermittelt worden waren.

Da sie nicht so ein Typ war, der seine Abende gern vor dem Fernsehapparat verbringt, hatte sie sich schnell zu einer zusätzlichen Ausbildung entschlossen. Und noch ein anderer Grund machte es ihr leicht. Ohne die Kommilitonen hatte sie, sich oft einsam gefühlt, .trotz...Mann,... Kind und Wohnung nicht ganz ausgelastet.

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