- Politik
- Zur Erinnerung an den Bildhauer Arnd Wittig
Maßvolle Strenge
Der Bildhauer Arnd Wittig, dessen Schaffen 1972 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet wurde, ist am 7 Juni - wie ND erst jetzt erfuhr - in Schwedt an der Oder verstorben. Der Beitrag Wittigs zur Suite der antifaschistischen Denkmäler in der DDR ist gewichtig. Er schuf für den Innenhof des ehemaligen Landgerichts in Dresden ein Mahnmal für die hingerichteten Antifaschisten. Formstreng und darin an Rodins Plastik »Die Bürger von Calais« erinnernd, zeigt das Mahnmal eine Gruppe von Gefangenen, die in unterschiedlicher Haltung dem Tod entgegengehen. Frontal gegeben sind eine Frau und ein Mann. Die Frau besticht durch ihre Körperlichkeit, die Standhaftigkeit im Angesicht des Todes bezeugt. Die Figur eines Mannes in kraftvoller Pose markiert den Widerstand. In der zweiten Reihe sind ein Gefesselter und ein Mann mit einer weinenden Frau zu sehen. Der Gefesselte symbolisiert das Ausgeliefertsein, während Mann und Frau die Solidarität verkörpern. Die Formensprache ist gebändigt ganz im Sinne Eugen Hoffmanns, des Lehrers von Arnd Wittig.
Am 13. Oktober 1921 wurde der Bildhauer in Döbeln bei Leipzig geboren. Von 1936 bis 1939 absolvierte er eine Lehre als Handlungsgehilfe, danach war er bis
1945 Soldat. 1945 bis 1947 folgte eine Bildhauerlehre, der sich ein Studium an der Kunsthochschule Dresden bei Eugen Hoffmann anschloß. In Dresden, wo er einige Zeit als freischaffender Künstler lebte, entstand die Plastik »Antifaschistische Widerstandskämpfer«. Über Frankfurt (Oder) kam er nach Schwedt, wo er seinen endgültigen Wohnsitz fand. Seit 1970 war er Dozent an der Kunsthochschule Berlin.
Studienreisen führten Arnd Wittig nach Polen, Italien und in die Sowjetunion. Seine Werke befinden sich in Dresden, Frankfurt (Oder) und Berlin, waren auf der VI., VII. und X. Kunstausstellung der DDR in Dresden zu sehen und auf den Bezirkskunstausstellungen in Frankfurt (Oder). Bereits an der internationalen Kunstausstellung 1951 in Berlin war er beteiligt. Erinnert sei auch an seine Beiträge aus dem kleinplastischen Bereich zur Kunstausstellung »Kunst und Sport« 1969 in Leipzig. 1970 gab er seine Arbeiten zur Berliner Ausstellung »Auferstanden aus Ruinen«. 1971 folgte die Teilnahme an der Ausstellung »Das Antlitz der Arbeiterklasse« in Berlin. Dem schloß sich 1975 die an der Wanderausstellung »Kleinplastik und Grafik« an. Darüberhinaus war Arnd Wittig, lange Jahre Dozent an der Kunsthochschule Berlin-Wei-ßensee, 1979 mit eigenen Beiträgen in der Ausstellung »Jugend in der Kunst« in Berlin und in der Schau »Weggefährten - Zeitgenossen« vertreten.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.