Kämpfe kontra Kachin
Luftangriffe auf Minderheit in Myanmar
New York (epd/nd). Das Militär in Myanmar müsse die Attacken stoppen und eine faire und nachhaltige Lösung für den Konflikt finden, erklärte Ban am Mittwoch (Ortszeit) in New York. Nach den Worten eines UNO-Sprechers werden Myanmars Autoritäten zudem aufgefordert, von sämtlichen Aktionen abzulassen, welche das Leben von Zivilisten weiter gefährdeten und den Konflikt anheizten. Auch das US-Außenministerium äußerte sich besorgt und sprach von einer neuen Eskalation im Norden Myanmars. Videoaufnahmen einer Hilfsorganisation sowie lokale Quellen hatten die Luftangriffe öffentlich gemacht.
Am Dienstag hatte Myanmars Armee die tagelangen Luftangriffe gegen die Kachin-Rebellen offiziell eingeräumt. Damit widersprach das Militär der Regierung, die den Einsatz von Kampfhubschraubern zunächst heruntergespielt und erklärt hatte, die Armee veranstalte »Trainingsflüge« und versorge auf diese Weise ihre Truppen mit Essensnachschub. Die Angriffe schüren Zweifel am Reformkurs von Präsident Thein Sein und seiner Macht über das Militär, dem er einst selbst angehörte. In der Vergangenheit hatte Myanmars Präsident die Truppen zweimal vergeblich angewiesen, die Angriffe gegen die Kachin einzustellen.
Seit dem Ausbruch neuer Kämpfe zwischen Regierungsarmee und Rebellen der »Unabhängigkeitsarmee« der Kachin im Juni 2011 wurden bis zu 100 000 Menschen vertrieben. Damals hatten Truppen der Zentralregierung eine militärische Offensive gegen die Aufständischen begonnen, wodurch ein 17 Jahre zuvor vereinbarter Waffenstillstand endete. Menschenrechtler werfen der Regierungsarmee Morde, Folter, Vergewaltigungen und andere Brutalitäten gegen Zivilisten vor.
Die überwiegend christlichen Kachin, die in unwegsamen Gebieten im äußersten Nordosten Myanmars an der Grenze zu China leben, kämpfen seit Jahrzehnten für mehr Autonomie.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.