Existenzgrundlage für 600 vietnamesische Frauen
Die Frauenunion kann die Unterstützung gut gebrauchen
Die 26-jährige Van mit dem freundlichen runden Gesicht schaut etwas verlegen, als ihre Mutter zur Demonstration der Behinderung ihrer Tochter deren deformierte Füße auf den Couchtisch hebt. Als Kleinkind hatte sich Van an der offenen Feuerstelle im Haus verbrannt, als ihre Eltern auf dem Feld waren. Ihre Zwillingsschwester überlebte den Unfall nicht.
Doch Van lässt sich nicht beirren. »Von dem Schneiderkurs bei der Frauenunion habe ich von einer Freundin gehört. Ich wäre überglücklich, auch so etwas zu machen. Dann könnte ich zu Hause arbeiten und mich um meinen Sohn kümmern.«
Mit einem Schneiderkurs und der Unterstützung bei der Existenzgründung kann die alleinerziehende Mutter zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen und darüber hinaus den anderen Dorfbewohnern beweisen, dass ihre Behinderung sie nicht darin hindert, ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen.
Angst vor dem Scheitern zeigt die junge Frau nicht. »Das schaffe ich. Ich bin ja auch zur Schule gegangen, auch wenn das ganz schön mühsam war. Manchmal haben mir Klassenkameradinnen geholfen.« Auf die Unterstützung kann sie sich auch während des Ausbildungskurses bei der Vietnamesischen Frauenunion verlassen, der einheimischen Partnerorganisation von SODI. Das gemeinsame Lernen und Wohnen im Ausbildungszentrum schweißt zusammen und trägt dazu bei, eventuelle Berührungsängste und Vorbehalte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abzubauen.
Menschen wie Van greift die diesjährige Spendenaktion unter die Arme. Die Vietnamesische Frauenunion bedankt sich für das Interesse und die große Unterstützung, die dieses Projekt erst ermöglichen. Die finanzielle Unterstützung vieler nd-Leserinnen und -Leser für Ausbildungskurse und Kleinkredite schafft eine Existenzgrundlage für mehr als 600 vietnamesische Frauen. Das ist weit mehr als der oft zitierte Tropfen auf den heißen Stein.
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