- Politik
- Washington
Anhörung zu Homoehe
Oberster Gerichtshof der USA berät
Washington (AFP/nd). Der Supreme Court befasste sich am Dienstag zunächst mit einem per Volksabstimmung erlassenen Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen im Bundesstaat Kalifornien. Am heutigen Mittwoch wenden sich die neun Obersten Richter der Klage einer verwitweten lesbischen Frau gegen das Gesetz zur Verteidigung der Ehe (DOMA) von 1996 zu, das auf Bundesebene die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau festschreibt.
Das Urteil wird für den Frühsommer erwartet. Neun US-Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington haben die Homoehe eingeführt, in 31 Staaten ist sie verboten. Andere Bundesstaaten erlauben homosexuelle Lebenspartnerschaften, die aber nicht mit der Ehe gleichgestellt sind.
Die Rechte von Homosexuellen sind in den USA ein umstrittenes Thema, in Umfragen haben die Befürworter der Homoehe mittlerweile eine Mehrheit. Auch Präsident Barack Obama hat sich für die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen.
Vor dem Obersten Gerichtshof in Washington demonstrierten am Dienstag Hunderte Befürworter der Homoehe und schwenkten Regenbogenflaggen. Der Schauspieler Rob Reiner, der sich für die Rechte von Homosexuellen stark macht, zeigte sich zuversichtlich, dass gleichgeschlechtliche Paare eines Tages überall in den USA heiraten dürften. »Das ist das letzte große Stück des Bürgerrechts-Puzzles, das hoffentlich eingesetzt wird«, sagte er. »Wir glauben, das ist nicht eine Frage des Ob, sondern des Wann.« Auch Gegner der Homoehe versammelten sich im Herzen der Hauptstadt und skandierten: »Jedes Kind verdient eine Mutter und einen Vater.« Wendy Wagner, eine Mutter von vier Kindern aus Leesburg im Bundesstaat Virginia, sagte, die traditionelle Familie sei »der Sockel der Gesellschaft«. Die Gegner der Homoehe sind vor allem bei Republikanern zu finden, Unterstützung erhalten sie von Kirchen und konservativen Lobbygruppen.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.