Rückkehr nach Kaesong

Nord- und Südkorea eröffnen Wirtschaftszone

  • Lesedauer: 2 Min.

Seoul (AFP/nd). Fünf Monate nach ihrer Schließung soll die von Nord- und Südkorea gemeinsam betriebene Sonderwirtschaftszone Kaesong wieder eröffnet werden. Vertreter beider Länder einigten sich am Mittwoch nach stundenlangen Verhandlungen darauf, den Industriepark ab Montag wieder in Betrieb zu nehmen, wie das Vereinigungsministerium in Seoul mitteilte.

Kaesong liegt etwa zehn Kilometer jenseits der Grenze auf nordkoreanischem Gebiet. Die (Nord)-Koreanische Demokratische Volksrepublik hatte wegen eines Militärmanövers Südkoreas und der USA ihre 53 000 Arbeiter aus dem 2004 gegründeten Industriegebiet abgezogen und damit die Produktion gestoppt.

Die südkoreanische Seite konnte bei den nun abgeschlossenen Verhandlungen einige Bedingungen durchsetzen. So soll der Industriepark für ausländische Investoren geöffnet werden. Davon erhofft sich Seoul, dass der Norden nicht erneut zu derart drastischen Maßnahmen wie einer Schließung greifen wird. In der Frage der von Seoul gewünschten Entschädigungen für die Schließung wurde vereinbart, dass betroffene Firmen dieses Jahr keine Steuern entrichten müssen.

Damit ist beiden Ländern ein weiterer Schritt zur Wiederannäherung gelungen. Bereits Ende August hatten sie sich auch auf eine Wiederaufnahme der seit Jahren ausgesetzten Familienbegegnungen geeinigt. Die erste Begegnung ist für den 25. bis 30. September im Feriengebiet Kumgangsan im Norden geplant. Etwa 72.000 Südkoreaner stehen auf einer offiziellen Warteliste und hoffen, ihre Familienmitglieder im Norden besuchen zu dürfen.

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