Mit asiatischer Hilfe ins Internet
Auch der afrikanische Kontinent will sich für die digitale Zukunft rüsten
Afrika bietet einen riesigen Markt und erwartet deshalb von der asiatischen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) Unterstützung in Bereichen wie Telebanking, Internet-Bildung und Cyber-Sicherheit. »Es gibt viele günstige Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit«, meint Safroadu Yeboah-Amankwah vom Südafrika-Büro der internationalen Unternehmensberatungsfirma McKinsey. »Asien ist mit seinen Internet-Erfahrungen Afrika um fünf oder sogar zehn Jahre voraus. Diese Kenntnisse und die in Asien verfügbaren Technologien können für uns sehr nützlich sein«, sagt der IT-Experte aus Ghana.
Im November kam Yeboah-Amankwah zu der von der Internationalen Fernmeldeunion ITU organisierten Konferenz Telecom World 2013 in die thailändische Hauptstadt Bangkok. Zahlreiche afrikanische Staaten zeigten in einer Präsentation, wie sich ihre Volkswirtschaften zunehmend auf Mobilfunk- und Breitbandkommunikation orientieren und bestrebt sind, Investoren aus Asien anzuziehen.
»Nordamerika ist für unsere Märkte eigentlich nicht wichtig«, meint Yeboah-Amankwah. »Dafür ist die Süd-Süd-Zusammenarbeit interessant, etwa in Bereichen wie Banking und Bildung, in denen eine Kooperation größere Märkte erschließen kann. Wenn asiatische und afrikanische E-Commerce-Firmen miteinander kooperieren, wird sich auch der Zugang zu Innovationen vergrößern.«
Nach Erhebungen von ITU besitzen mehr als 720 Millionen Afrikaner ein Mobiltelefon, und etwa 167 Millionen haben Zugang zum Internet. Die Nutzerzahlen steigen weiter rasant, weil die Netzwerke für die Mobiltelefonie ausgebaut werden und die Preise für internetfähige Endgeräte sinken.
Asien hat im Vergleich zu Afrika die Nase weit vorn. Statistiken belegen, dass 3,5 Milliarden der weltweit insgesamt 6,8 Milliarden Mobilfunkverträge in der Asien-Pazifik-Region abgeschlossen wurden. »Für uns in Afrika ist diese Technologie noch neu. Wir können nur dazulernen«, sagt ITU-Generalsekretär Hamadoun Touré, der aus Mali stammt.
Laut Park Ji Yong von der Südkoreanischen Behörde für Internetsicherheit (KISA) hilft man den afrikanischen Ländern dabei, die Sicherheit ihres Internets zu verbessern. »Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 200 Regierungsbeamte aus Afrika fortgebildet«, berichtet er. Indien wiederum hat viele afrikanische Staaten bei der Verbesserung der IT-Ausbildungsangebote etwa durch das 2003 eröffnete ghanaisch-indische Kofi-Annan-Zentrum für IKT-Exzellenz unterstützt.
Afrikanische Staaten sehen die IKT-Partnerschaft mit Asien als Weg, um sich von dem alten Modell der westlichen Entwicklungshilfe unabhängig zu machen. »Unsere Beziehungen zum Westen wurden traditionell durch die Vergabe von Krediten geprägt. Jetzt haben wir Kontakte, die das Wachstum in Afrika vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien ankurbeln«, sagte der ruandische Telekommunikationsminister Jean Philbert Nsengimana. Ruanda hat mit Hilfe des koreanischen Telekom-Sektors in den vergangenen Jahren den Aufbau seines nationalen Breitbandnetzes abgeschlossen. IPS
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