Händel mit fiesem Händler

Gewerkschaft und Verlage setzen Versandkonzern Amazon weiter unter Druck

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Nachdem einige Pessimisten schon dachten, die Beschäftigten des Internetkonzerns Amazon könnten aufgeben, sind die Streikenden seit dem vergangenen Wochenende wieder da. Bereits an vier Versandstandorten gibt es Arbeitskämpfe, nach Bad Hersfeld und Leipzig sind auch die Beschäftigten im bayerischen Graben und in Rheinberg am Niederrhein im Ausstand. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di könnten weitere hinzukommen.

Die Gewerkschaft richtet sich auf einen langen Arbeitskampf ein. Der ver.di-Streikleiter in Rheinberg, Daniel Zimmermann, kündigte an, ver.di wolle den Druck kontinuierlich bis zum Weihnachtsgeschäft erhöhen. »Bei einer solchen Auseinandersetzung braucht man Durchhaltekraft«, sagte er.

Amazon betont weiterhin, die Streiks hätten keine Auswirkungen auf den Versand. Gleichzeitig wächst der Druck aus einer anderen Ecke. Verlage und Buchhändler werfen dem Konzern »Wettbewerbsverzerrung« vor. Amazon missbrauche in den derzeitigen Verhandlungen über Rabatte bei E-Books seine Marktstellung, unter anderem halte der Versandhandel Bücher zurück oder verzögere die Lieferzeiten. Amazon wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Der Börsenverband des Deutschen Buchhandels forderte von der Bundesregierung Unterstützung: »Wir halten eine Anpassung des Kartellrechts an die Gegebenheiten eines digitalen Marktes für notwendig«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins Alexander Skipis gegenüber »nd«.

Ob der Buchhandel sich in dieser Frage auf die Bundesregierung stützen kann, bleibt indes fraglich. Eine der großen regulatorischen Stützen - die Buchpreisbindung - könnte über das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa fallen. Damit wäre dann das System Amazon wieder im Vorteil. had

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -