Gaza: Flucht aus dem Feuerland

Offensive Israels gegen das Palästinensergebiet fordert unablässig Todesopfer

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Berlin. Im Gaza-Konflikt ist trotz zunehmender Opferzahlen und internationaler Friedensappelle kein Ende der Gewalt in Sicht. Knapp eine Woche nach Beginn ihrer Offensive weitete die israelische Armee am Sonntag ihren Einsatz noch aus. Erstmals drangen Elitesoldaten in den Gaza-Streifen ein. Israels Streitkräfte bombardierten als Reaktion auf den ständigen Raketenbeschuss seit Dienstag massiv Ziele aus der Luft. Die Zahl der Opfer stieg praktisch stündlich - auf zuletzt mindestens 176 tote und über 1100 verletzte Palästinenser. Von der israelischen Seite wurden bislang keine Todesopfer gemeldet.

Nach einer Schreckensnacht mit zahlreichen Bombardements und Warnungen der israelischen Armee vor einer Offensive waren am Sonntag Tausende Bewohner des nördlichen Gaza-Streifens auf der Flucht. In der Kleinstadt Beit Lahija leerten sich ganze Straßenzüge, als die Menschen bepackt mit dem, was sie tragen konnten, zu Fuß, mit Autos, auf Esel- und Pferdekarren ihr Heil weiter im Süden suchten. Am Samstag war in dieser Ortschaft eine israelische Rakete in einem Behindertenheim explodiert.

Die EU-Staaten verstärken unterdessen ihre Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gaza-Streifen. Die italienische Außenministerin Federica Mogherini, deren Land derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, reist am Dienstag nach Israel, wie ihr Ministerium am Sonntag in Rom mitteilte. Dort werde sie Regierungschef Benjamin Netanjahu treffen. Auch ein Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sei geplant.

Tausende Menschen haben am Wochenende in mehreren deutschen Städten gegen die Besatzungspolitik Israels und die Angriffe auf den GazaStreifen demonstriert. Agenturen/nd

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