Ebola-Epidemie legt Infrastruktur lahm

Liberia schließt Schulen aufgrund des Ebola-Virus

  • Lesedauer: 2 Min.
Der Ebola-Virus greift weiter um sich. Liberia reagiert auf die Ausbreitung und lässt Schulen vorübergehend schließen, auch alle abkömmlichen Staatsbedienstete bekommen Zwangsurlaub. Für Helfer wird die Lage vor Ort lebensbedrohlich.

Nairobi. Liberia greift im Kampf gegen das tödliche Ebola-Virus zu drastischen Maßnahmen. Die Regierung ordnete an, dass alle Schulen vorübergehend geschlossen werden. Auch alle Märkte in der Grenzregion zu Guinea und Sierra Leone im Norden und Westen sollen geschlossen werden, wie der britische Sender BBC am Donnerstag berichtete. Außerdem sollen alle abkömmlichen Staatsbediensteten für 30 Tage in Zwangsurlaub gehen. Am Freitag sollten alle öffentlichen Gebäude desinfiziert werden.

Währenddessen zieht das staatliche Freiwilligenprogramm der USA, das Friedenscorps, 340 Helfer aus Guinea, Liberia und Sierra Leone ab. Zwei von ihnen können jedoch nach Berichten des US-Senders Voice of America nicht zurück, weil sie auf einer Isolierstation liegen. Sie hatten zuvor Kontakt mit einem infizierten Patienten, der inzwischen verstarb. Zwei weitere US-Amerikaner haben sich in Liberia mit dem Virus infiziert. Mehrere Ärzte und Krankenschwestern sind mittlerweile am Ebola-Virus erkrankt. Zwei führende Mediziner im Kampf gegen die Epidemie sind gestorben.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden bisher mehr als 1.200 Menschen infiziert. Mehr als 670 starben. Schwerpunkt der Verbreitung sind Guinea, Liberia und Sierra Leone. Auch in Nigeria gab es bereits einen Todesfall. Der Verstorbene, ein US-Anwalt, hatte seine Schwester in Liberia besucht und sich möglicherweise bei ihr angesteckt. Er war auf dem Rückweg zu seiner Familie in die USA nach Nigeria unterwegs, wo er kurz nach der Landung zusammenbrach. Die westafrikanische Fluggesellschaft ASky, mit der er geflogen war, setzte ihre Flüge nach Nigeria und in die Hauptstädte von Liberia und Sierra Leone aus.

Die nigerianischen Behörden versuchen unterdessen, die Spur von 30.000 Menschen zu rekonstruieren, die mit dem US-Anwalt in Kontakt gewesen sein könnten. »Wir haben endlich die Passagierlisten«, sagte der Mediziner Sunday Omilabu vom Universitätskrankenhaus der Hafenstadt Lagos. »Wir wollen jeden finden und testen, der mit dem Patienten Kontakt gehabt haben könnte.« epd/nd

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