Getötet im Einsatz für Landrechte

Menschenrechtsligen dokumentieren 43 Morde

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Paris. Aktivisten für das Recht auf Land sind weltweit immer mehr Repressalien und Verfolgung ausgesetzt. Das hat die Internationale Vereinigung der Menschenrechtsligen (FIDH) in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht angeprangert. Der Einsatz für die Landrechte sei angesichts der wachsenden Erdbevölkerung und knapper werdender Flächen zu einer «hochriskanten Tätigkeit» geworden, heißt es in dem Bericht, für den die Lage in 29 Staaten untersucht wurde.

Eine von der Organisation eingerichtete Beobachtungsstelle hat in den drei vergangenen Jahren 43 Morde registriert, deren Opfer Verteidiger des Rechts auf Land waren. 123 andere Grundbesitzaktivisten wurden juristisch verfolgt. «Diese Zahlen spiegeln nur einen winzigen Teil der Realität wider», stellen die Autoren des Berichts fest. Betroffen seien alle Regionen der Welt, besonders aber Asien und Lateinamerika.

Die Angriffe werden dem Bericht zufolge besonders häufig von Polizisten, Soldaten oder Mitarbeitern privater Sicherheitsdienste verübt. Ziel sei es, Kritiker zum Schweigen zu bringen, die ein Investitionsprojekt bremsen könnten. In dem Bericht listet die FIDH Beispiele von Menschen auf, die in Mexiko, Kolumbien, Thailand, Laos, Südafrika, Honduras und auf den Philippinen ermordet wurden oder spurlos verschwunden sind.

Der Bericht schildert auch zahlreiche Fälle von juristischen Einschüchterungen mit willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen, begleitet von physischer oder psychischer Gewalt. 17 Verteidiger von Grundbesitzern, die von der Beobachtungsstelle seit Januar 2011 als Dringlichkeitsfälle betreut wurden, waren laut der FIDH im Juni noch inhaftiert oder unter Hausarrest, etwa in Myanmar, der Demokratischen Republik Kongo, Ecuador, Guatemala und Mexiko.

95 Prozent der Gewalttaten bleiben den Angaben zufolge ungesühnt - sei es, weil die Justiz nicht unabhängig ist oder es ihr an Mitteln und Expertise mangelt. Ein juristisches Vorgehen gegen Unternehmen, die entsprechende Menschenrechtsverletzungen begangen haben, sei oft lang, gefährlich und teuer - wenn es überhaupt möglich ist«, heißt es in dem Bericht. AFP/nd

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