NSA hackt Apple

US-Behörden wollten Smartphones ausspionieren

  • Fabian Köhler
  • Lesedauer: 2 Min.
Erneut versucht die NSA, die Welt etwas unsicherer zu machen. Das neueste Opfer der staatlichen Hacker: der Marktführer für Tablets und Smartphones Apple.

Die Enthüllung kam pünktlich zur Produktvorstellung von Apples Smart Watch am Montag: US-Behörden haben offenbar versucht, die Sicherheitssysteme von Apple-Produkten zu knacken, um dadurch die Nutzerdaten von iPhones und iPads auslesen zu können.

In Berufung auf geleakte Dokumente des US-Whistleblowers Edward Snowden berichtet das Enthüllungsportal »The Intercept« über mehrere geheime Treffen, an denen auch Mitarbeiter der Geheimdienste NSA und CIA teilnahmen. Seit dem Jahr 2006 habe man sich dort über Erfahrungen beim Hacken von Apple-Produkten ausgetauscht. Die staatlichen Hacker zielten auf Verschlüsselungscodes und eine Manipulation der Apple-Entwicklungssoftware Xcode ab.

Dadurch könnten die Geheimdienste Apps so präparieren, dass Passwörter und andere Daten von den infizierten Geräte entwendet werden können. Auch das Mac-Betriebssystems OS-X soll betroffen sein. In den Dokumenten ist die Rede von einem »erfolgreich veränderten Updater«, mit dem es möglich sei, Keylogger auf den betroffenen Computern zu installieren.

Während es im Großteil des Dokuments um Apple-Produkte geht, können auch Microsoft-Kunden nicht aufatmen. Die Dokumente beschreiben, wie die Geheimdienstler durch eine Analyse des Stromverbrauchs (genauer: der Leistungsaufnahme) den Schlüssel des Programms Bitlocker knackten. Die Software wird im Betriebssystem Windows zur Festplattenverschlüsselung eingesetzt.

Zwar gibt das Dokument keine Auskunft darüber, ob diese Techniken auch in der Praxis angewandt wurden, allerdings geben die bisherigen Snowden-Enthüllungen wenig Anlass zur Hoffnung. In den letzten anderthalb Jahren wurde unter anderem bekannt, dass der Geheimdienst NSA den Großteil der weltweiten Telekommunikation überwacht und dazu - etwa bei Sim-Karten-Betreibern - immer wieder gezielt Verschlüsselungstechniken knackte.

Zu den Enthüllungen wollten sich staatliche Behörden bisher gegenüber »The Intercept« nicht äußern. Der US-Kryptologe Matthew Green bezeichnete die Angriffe als »höllische Mittel«: »Was wir am wenigsten brauchen, ist eine Regierung, die unsere eigene Technologiebranche untergräbt.«

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