Hacker-Angriff auf Luftwaffe?
Der »Behörden Spiegel« ist nicht für große Enthüllungen bekannt. Doch die aktuelle Ausgabe enthält einen echten Kracher: Deutsche »Patriot«-Flugabwehrsysteme sollen »unerklärliche Befehle ausgeführt« haben. Der »Behörden Spiegel« vermutet »Fremdeingriffe«. Die Sache gewinnt an Brisanz durch die Tatsache, dass die betroffenen Bundeswehr-»Patriots« im Rahmen der Operation Active Fence in der Türkei stationiert sind, um den dortigen Luftraum vor syrischen Attacken zu schützen. Der »Behörden Spiegel« sieht zwei mögliche Angriffsflächen für Attacken. Zum einen die »Sensor-Shooter-Interoperabilität« (SSI), also den Datenaustausch zwischen Führungs- und Waffensystemen. Eine zweite Möglichkeit böten die Chips der Waffensysteme selbst. Diese kämen zwar aus den USA, »ihre Rohlinge werden jedoch in Asien produziert«, heißt es im Artikel vielsagend.
Oberstleutnant Gero von Fritschen, beim Verteidigungsministerium Sprecher für die Luftwaffe, dementierte die Meldung gegenüber »nd« am Donnerstag: Es gebe »keinerlei Anhaltspunkte« für einen solchen Hackerangriff. Eine Zeitungsente also, die nach einer Gegendarstellung verlangt. Doch das Verteidigungsministerium drückt ein Auge zu: Auf eine solche Richtigstellung werde man verzichten, so der Sprecher auf »nd«-Nachfrage. fal
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