Rassistisches Motiv nicht ausgeschlossen
Unbekannte zünden Gaststätte in Königs Wusterhausen / Brand in Plattenbau Haldensleben / Flüchtlingsunterkunft in Jürgenstorf zerstört
In der vergangenen Nacht hat es erneut mehrere mutmaßliche Straftaten gegegeben, bei denen ein fremdenfeindliches Motiv nahe liegen könnte. Im Keller eines Wohnhauses in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) brach ein Feuer aus. Etwa 30 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie eine Polizeisprecherin sagte. Unter den Bewohnern des Plattenbaus im Stadtteil »Süplinger Berg« befinden sich auch mehrere Asylbewerber, die in der Stadt denzentral untergebracht werden. Sorgen bereitet den Ermittlern, dass es in dem Wohnhaus vor einer Woche bereits schon einmal gebrannt hatte. Auch am 6. August war das Feuer wie ind er vergangenen Nacht im Keller ausgebrochen. In beiden Fällen ermittelt die Polizei nun wegen Verdachts auf Brandstiftung. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden.
Brand in Sportgaststätte in Königs Wusterhausen
Viele offene Fragen gibt es auch nach einem Brand auf einer Sportgaststätte mit Kegelbahn im brandenburgischen Königs Wusterhausen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu der Gaststätte befindet sich ein Gebäude, in das in drei Wochen Flüchtlinge einziehen sollen und deshalb gerade zu einer Asylunterkunft umgebaut wird.
Ob die mutmaßlichen Täter sich vielleicht im Gebäude geirrt haben und eigentlich die geplante Asylunterkunft treffen wollten, will die Polizei nicht bestätigen. »Mutmaßliche Täter würden das eine, nicht mit dem anderen verwechseln«, sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber dem Tagesspiegel.
Allerdings scheint es zwischen der abgebrannten Gaststätte und dem geplanten Flüchtlingsheim nicht nur einen räumlichen Zusammenhang geben. Offenbar sei geplant gewesen, dass die Geflüchteten in der Gaststätte mit Mahlzeiten versorgt werden.
Flüchtlingsunterkunft in Jürgenstorf schwer beschädigt
Ein fremdenfeindliches Motiv lässt sich auch in Jürgenstorf in der Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nicht ausschließen. Unbekannte haben in einer ehemaligen Asylbewerberunterkunft einen Millionenschaden angerichtet und damit die Pläne für die geplante erneute Unterbringung von Flüchtlingen durcheinandergebracht.
Wie der stellvertretende Landrat Siegfried Konieczny (Linke) am Montag in Neubrandenburg sagte, wurden in der Unterkunft Jürgenstorf in großem Umfang Elektro- und Sanitäranlagen ausgebaut sowie das Brandmeldesystem zerstört. Der Schaden werde auf rund eine Million Euro geschätzt. Damit werde die Wiederherstellung des Gebäudes rund zwei Millionen Euro kosten. Ob die Arbeiten stattfänden, müsse das zuständige Landesamt entscheiden. »Der Kreis wollte rund 200 Flüchtlinge dort unterbringen«, erklärte Konieczny. Das hätte die Flüchtlingssituation an der Seenplatte zeitweise spürbar entlastet. Das ehemalige Internat einer Agrarschule wurde jahrelang für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. 2013 war es auch auf Drängen des Flüchtlingsrates wegen der abgelegenen Lage allerdings aufgegeben worden. Zuletzt stand das Haus leer. »Wir müssen aber alles versuchen, den Aufbau von Zelten zu vermeiden«, sagte Konieczny. Der Landkreis muss derzeit an manchen Tagen zwischen 30 und 40 Flüchtlinge unterbringen. Dafür sei auch eine Turnalle einer geschlossenen Schule in Neubrandenburg im Gespräch. Agenturen/nd
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