Deutsche Waffen und die PKK
René Heilig über einen neuen Markt für Gewehre, Söldner und Lügen
Deutschland liefert Waffen an Kurden in Nordirak. Es ist auch kein Geheimnis, dass die Bundeswehr Peschmerga-Kämpfer so wie Soldaten jesidischer Einheiten ausbildet, damit beide besser gegen IS-Terrorbanden kämpfen können. Das hat der türkischen Regierung freilich nie gefallen. Jetzt aber, da Ankara den Bürgerkrieg gegen die PKK neu entfacht und Deutschland unter anderem mit dem angekündigten Abzug der »Patriot«-Raketen Kritik an dieser Politik Erdogans erkennen lässt, tauchen plötzlich Gerüchte auf, nach denen die Peschmerga deutsche Waffen vertragswidrig an die Freischärler der kurdischen Arbeiterpartei weitergeben.
Die vorerst nur medial erhobenen Vorwürfe sind mehr als nur pikant. Sie suggerieren, Deutschland würde indirekt die Feinde des NATO-Verbündeten Türkei unterstützen. Möglich, denn wer Waffen aus der Hand gibt, weiß nicht, wer wann wo damit auf wen schießt. Auf allen Seiten aller Fronten in Irak, Syrien und der Türkei werden mörderische Qualitätsprodukte aus Deutschland eingesetzt. Immer öfter offenbar auch von Söldnern aus Deutschland und anderen NATO-Staaten, die sich nicht nur den Islamisten, sondern auch den kurdischen Seiten andienen. Wer in den syrischen, irakischen und türkischen »Bürgerkriegen« nur Schwarz von Weiß zu unterscheiden vermag, hat den Überblick mit Sicherheit verloren.
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