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Beschluss von AfD und CDU: Die Fahnen von Jerichow
Andreas Koristka hat Ideen gegen die links-grüne Versiffung der BRD: Fahnenappelle und Wandzeitungen
Die Corona-Pandemie, der dräuende dritte Weltkrieg und die Pleitewelle der Bubble-Tea-Läden haben für viel Verunsicherung und Streit im Land geführt. Es ist zu begrüßen, dass man sich im Kreistag des Jerichower Landes mit größter Vehemenz gegen diese Entwicklung stemmt. Mit vereinten Kräften haben CDU und AfD einen Antrag der AfD-Fraktion auf den Weg gebracht, der vorschreibt, dass alle Schulen im Kreis (sofern ein Fahnenmast vorhanden ist) ganzjährig mit der Nationalflagge zu beflaggen sind.
Die Begründung dafür leuchtet ein: »Die letzten Jahre aber auch die aktuelle Situation stellte und stellt viele Bürger in unserem Land vor ungeahnte Herausforderungen und wird zunehmend zur Zerreißprobe für unsere Gesellschaft (…) Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass, gerade in Anbetracht großer Krisen, es immer wieder ein verbindendes Element gab, einen kleinsten gemeinsamen Nenner. Und dieser kleinste gemeinsame Nenner war die Zugehörigkeit zur eigenen Nation, einer Schicksals- und Bekenntnisgemeinschaft ruhend auf einem allgemein anerkannten Wertekanon.«
Andreas Koristka ist Redakteur der Satirezeitschrift »Eulenspiegel«. Für »nd.DieWoche« schreibt er alle zwei Wochen die Kolumne »Betreutes Lesen«. Alle Texte unter dasnd.de/koristka.
Im Jerichower Land leben laut meiner aktuellsten Schätzung ungefähr 20 bis 65 schulpflichtige Personen. Wie erhebend und verbindend muss es für diese jungen Menschen sein, wenn sie künftig am Montagmorgen zwar ohne die fälligen Mathehausaufgaben in die Schule gehen, aber dennoch bewundern können, wie der Wind und die Morgensonne mit unseren Nationalfarben spielen.
Ein Gemeinschaftsgefühl ungeahnten Ausmaßes wird sich bei diesem Anblick in ihren Herzen breit machen und sie werden darauf verzichten, den dicken Justin aus der 6. in der großen Pause zu schubsen und ihm das Essensgeld abzuziehen. Denn innerhalb einer Schicksals- und Bekenntnisgemeinschaft, die auf einem allgemein anerkannten Wertekanon ruht, ziemt es sich nicht, sich gegenseitig zu drangsalieren. Einem Deutschen keinen feuchten Fuzzi zu geben, ihm kein Bein zu stellen und nicht hinterrücks den Stuhl wegzuziehen, wenn er sich setzen möchte: Das ist dieser kleinste gemeinsame Nenner, der unsere Nation noch zusammenhält. Er ist zwar so fragil wie die kleine Strippe an der ein lockerer Milchzahn eines Zweitklässlers hängt, aber er ist noch existent!
Oft hört man gerade aus der AfD die Befürchtung, dass unser Land drohe eine DDR 2.0 zu werden. Deshalb darf das Hissen der Flagge natürlich nicht das alleinige Mittel sein, um die Nation zu befrieden. Man sollte einen Schritt weiter gehen und CDU und AfD mögen beschließen, dass wenigstens im Jerichower Land an jedem Schultag ein Fahnenappell stattfinden muss (sofern ein Fahnenmast vorhanden ist). Dort sollten dann alle Schüler alle drei Strophen der Nationalhymne singen und vielleicht noch das Lied von der kleinen weißen Friedenstaube.
Die Augen der jungen Menschen von Mangelsdorf bis Isterbies, wo es sonst sterbenslangweilig zugeht, werden zu diesen Anlässen funkeln. Die Begeisterung wird so groß sein wie während der schönen Fahnenappelle meiner Jugend, an die ich mich bis heute so gerne erinnere. Dazu dann noch Wandzeitungen, Straßen der Besten und viele schöne Ehrennadeln: Das wäre ein starkes Zeichen des aufrechten Konservatismus gegen die Verostung und links-grüne Versiffung der BRD!
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