Spotify guckt mit ins Smartphone
Musikdienst will Zugang zu Fotos und Ortsdaten haben
Berlin. Der Musikdienst Spotify nimmt sich künftig das Recht heraus, mehr über seine Nutzer zu erfahren. »Mit Ihrer Zustimmung erfassen wir Informationen, die Sie auf Ihrem Mobilgerät gespeichert haben. Dazu gehören Kontakte, Fotos oder Mediendateien«, heißt es in einer neuen Fassung der Datenschutzbestimmungen, die diverse Änderungen im Vergleich zur früheren Version enthalten. Die Nutzer haben bis zum 19. September Zeit, den Änderungen zuzustimmen, wenn sie den Dienst weiterhin nutzen wollen.
Der Musikdienst verrät erwartungsgemäß nicht, welche persönlichen Daten er für welche Zwecke verwendet, also warum der Dienst auf die Adressbücher oder Fotos zugreifen möchte. Stattdessen weisen die Bestimmungen darauf hin, dass Gesetze in einigen Ländern möglicherweise verlangen, dass die Nutzer von allen ihren Kontakten die Erlaubnis einholen, dass ihre Daten mit Spotify geteilt werde. In der Praxis dürfte dies nur schwer umzusetzen sein.
An Ortungsdaten ist die schwedische Firma ebenso interessiert: Abhängig von den Einstellungen »können wir auch Informationen zu Ihrem Standort über beispielsweise die GPS-Daten Ihres Mobilfunkgeräts mobiler Geräte erfassen«.
Spotify gilt als Marktführer unter den neuen Streamingdiensten, die Musik direkt aus dem Netz abspielen. Der Service hat 75 Millionen Nutzer, von denen 20 Millionen zahlende Abokunden sind. Zugleich wächst die Konkurrenz: Ende Juni stieg auch Apple in das Geschäft ein. dpa/nd
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