Praktika sind »Lernverhältnisse«

DGB-Jugend bereitet Petition zum besseren Schutz von Praktikanten vor

  • Lesedauer: 2 Min.
Berlin (ND-Wallrodt). Die DGB-Jugend will über den Petitionsausschuss des Bundestags den Schutz von Praktikanten verbessern. Die Jugend des Dachverbands und der Hochschulabsolventen-Verein fairwork reichten dazu am Freitag eine Online-Petition ein. Darin fordern sie, gesetzlich zu regeln, dass Praktika als »Lernverhältnis« eindeutig von regulären Arbeitsverhältnissen abgegrenzt und auf drei Monate beschränkt werden. Darüber hinaus sollen sie mit mindestens 300 Euro oder 7,50 Euro pro Stunde vergütet werden müssen. Diese Maßnahmen sollen die »schamlose Ausbeutung« von Praktikanten beenden, die zunehmend als unterbezahlte volle Arbeitskräfte eingesetzt werden. Viele junge Menschen nehmen schlechte Bezahlung, geringe soziale Sicherung und hohe Arbeitsanforderungen aber in Kauf, weil sie hoffen, irgendwann fest angestellt zu werden. Oft hangeln sie sich jedoch nur von Praktikum zu Praktikum. Noch kann man die Petition nicht unterschreiben. In den nächsten zwei Wochen prüft der Ausschuss zunächst, ob das Thema angenommen wird. Sowie die Petition online steht, soll es aber mit der Mobilisierung richtig losgehen, sagte Silvia Hellwig von der DGB-Jugend. Seit einigen Monaten bekommt die Situation der »Generation Praktikum« immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Im Sommer erreichte eine ähnliche Petition eine Rekord-Unterstützung von fast 50.000 Unterschriften. Die damalige Petentin hatte angeregt, alle Praktika, die länger als drei Monate dauern, in ein reguläres Arbeitsverhältnis umzuwandeln. Die DGB-Jugend will ihre Vorschläge als Ergänzung verstanden wissen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -