Alles beim Alten mit dem Eurofighter

Auch bei den Raketen hat man sich wohl verrechnet

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Im Oktober hatte das Verteidigungsministerium medienwirksam einen Abnahmestopp für neue »Eurofighter« verkündet. Grund: Fertigungsfehler. Nun werden wieder welche abgenommen. Schlagzeilen gab es nicht. Noch in diesem Jahr könnten statt der ursprünglich geplanten elf immerhin sieben Kampfjets geliefert werden.

Der »Eurofighter« wird von Airbus Defense & Space gebaut. Beteiligt sind Firmen in Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien. Doch der angebliche Superjet, der zu einem Exportgiganten aufsteigen sollte, ist von Pannen verfolgt. Statt der 6000 Flugstunden, über die sie zunächst in Haftung ging, will die Industrie gegenüber der Deutschen Luftwaffe nur noch für 1500 geradestehen.

143 Maschinen hat die Luftwaffe zunächst bestellt. Aktuell verfügt sie über 114 »Eurofighter« und nutzt davon 80 im täglichen Flugbetrieb. Zu teuer, zu spät, nicht in der geforderten Qualität - die drei grundsätzlichen Rüstungsprobleme haben das Flugzeug fest im Griff. Doch es kommen hausgemachte mit der Bewaffnung hinzu. 17 Seiten lang ist die geheime Problem- und Risikoliste. Man wollte den »Eurofighter« mit hochmodernen Meteor-Raketen ausstatten, doch 14 Jahre nach Einführung des Flugzeuges gibt es sie noch immer nicht. »Der Lenkflugkörper METEOR wird nach derzeitiger Planung bis Ende 2017 in die Tranche 2 und 3 des Eurofighter integriert sein«, schreibt die Luftwaffe auf »nd«-Anfrage. Und: »Der Einsatz ist ab 2018 vorgesehen.« Da müssen die ersten »Eurofighter« schon wieder ausgemustert werden. Nachdem man freilich noch planmäßig ihr Radar erneuert hat.

Die Tranche 1 des Kampfflugzeugs wird demnach weiter mit der AMRAAM-Rakete vorlieb nehmen müssen. Sehr treffsicher ist die nicht. Wie gut, dass nur 80 Jets fliegen können. Denn man hat ja auch nur 82 AMRAAM in den Depots. Das könnte als vertrauensbildende Maßnahme in Spannungszeiten angesehen werden, hieße es nicht: Notfalls borge man sich welche bei den Verbündeten. hei

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