»Mecklenburger Ananas« ist fast verschwunden

Der Ackerbau im Nordosten hat sich in den vergangenen 25 Jahren dramatisch gewandelt

  • Lesedauer: 2 Min.
Mehr Raps und Mais, immer weniger Kartoffeln und Zuckerrüben - das ist der Trend im Ackerbau in Mecklenburg-Vorpommern. Einige Feldfrüchte sind praktisch bedeutungslos geworden.

Schwerin. Der Ackerbau hat sich in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen 25 Jahren gründlich gewandelt. Die Rapsfläche ist heute fast dreimal so groß wie 1990, teilte das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin mit. Der Maisanbau wurde um 60 Prozent ausgedehnt. Dagegen wachsen Hackfrüchte wie Kartoffeln und Zuckerrüben nur noch auf einem Viertel der einstigen Anbaufläche. Der Getreideanbau verringerte sich um fast neun Prozent. Roggen wurde von seinem Spitzenplatz durch Winterweizen verdrängt, der laut Statistik mittlerweile 61 Prozent des gesamten Getreideanbaus ausmacht. Auf die gesamte Ackerfläche bezogen wächst er auf einem Drittel der Felder. Der Anbau von Sommergetreide hat weiter an Bedeutung verloren. Das Verhältnis von Winter- zu Sommergetreide verschob sich den Angaben zufolge von 80:20 auf 96:4.

Kartoffeln nehmen nur noch ein Prozent des Ackerlandes ein, vor 25 Jahren waren es noch 6,4 Prozent. Die Zuckerrübenfläche schmolz von 4,2 auf 2,1 Prozent zusammen. Praktisch bedeutungslos geworden sind Futterhackfrüchte wie Runkelrüben und Futtermöhren, aber auch Kohlrüben oder Wruken, die »Mecklenburger Ananas«. Laut Statistikamt bewirtschafteten die Agrarbetriebe in diesem Jahr insgesamt 1,08 Millionen Hektar Ackerland. Davon wurde mehr als die Hälfte (567 400 Hektar) mit Getreide bestellt, mehr als ein Fünftel (230 500 Hektar) mit Raps und 144 100 Hektar mit Silomais. Dessen Anteil am Ackerland macht mittlerweile 13,4 Prozent aus, 1990 waren es acht Prozent. Damals diente er allerdings ausschließlich als Viehfutter, heute auch als Rohstoff für Biogasanlagen.

Kartoffeln und Zuckerrüben wuchsen in diesem Jahr auf 34 200 Hektar. Die Ackerfläche verringerte sich seit dem Jahr 1990 um 4,7 Prozent. dpa/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.