3. Advent bei Amazon

Neue Ausstände beim Onlinehändler

  • Jörg Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.
Ver.di will nicht lockerlassen, Amazon will nicht nachgeben. Bereits zum dritten Mal wird der Onlinehändler im Weihnachtsgeschäft bestreikt.

Dieser Tarifkampf zieht sich hin. Es ist das dritte Jahr in Folge, dass die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di der Drohung, im Weihnachtsgeschäft zu streiken, Taten folgen lässt. In der Nachtschicht, ab 0 Uhr, legten nach Gewerkschaftsangaben rund 150 Beschäftigte bei Amazon in Koblenz die Arbeit nieder.

Hans Kroha, Verhandlungsführer für ver.di in Rheinland-Pfalz sagte am Montag laut Mitteilung: »Wir fordern Amazon erneut auf, die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anzuerkennen.« Die Beschäftigten in Koblenz würde nicht »klein beigeben«, so der Gewerkschafter. »Sie kämpfen weiterhin gemeinsam mit ver.di dafür, dass Amazon mit uns über faire Löhne und faire Arbeitsbedingungen reden muss.«

Zuletzt hatte ver.di im September Koblenz und andere der neun hiesigen Standorte zum Streik aufgerufen. Insgesamt arbeiten in Deutschland rund 10 000 Menschen bei Amazon, in Koblenz sind es rund 1800. Die Auseinandersetzung um die Tarifbindung dauert seit fast drei Jahren an. Ver.di will einen Tarifvertrag gemäß den Bedingungen des Einzelhandels durchsetzen, Amazon beharrt darauf, dass man zwar ohne Tarifvertrag, aber doch am »oberen Ende« der Bezahlungsskala der Logistikbranche zahle - deutlich weniger als im Einzel- und Versandhandel.

Wahrscheinlich ist, dass in dieser Woche weitere Versandzentren in den Streik treten. Wie genau, bleibt abzuwarten. Die Beschäftigten werten ihre Erfahrungen mit vergangenen Streiks aus und versuchen, den Druck zu erhöhen. Mal wird mit Schichtbeginn die Arbeit niedergelegt, mal aus dem laufenden Betrieb gestreikt, was für das Unternehmen schwerer abzufedern ist. Für Koblenz ist der Streik zunächst bis Donnerstag angekündigt.

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