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Unzertrennliche Fressfeinde

  • Lesedauer: 2 Min.

Moskau. Amur und Timur teilen sich ein Gehege in einem Safari-Park in der russischen Fernostregion Primorje. Häufig leben zwei Tiere zusammen. In diesem Fall jedoch ist eines von ihnen ein Amur-Tiger und das andere ein Ziegenbock namens Timur. Vor zwei Wochen wurde Letzterer dem Tiger als lebende Mahlzeit zum Fraß vorgeworfen. Doch der Gestreifte freundete sich mit seinem Mittagessen an. Beim Spielen traf Timur den Tiger manchmal mit seinen spitzen Hörnern, was das Raubtier ihm aber nachsah.

Die Pfleger glaubten nicht, dass die Freundschaft lange halten würde, und schauten jeden Morgen ängstlich ins Gehege, um festzustellen, ob der Bock noch am Leben sei. Dieser war nicht nur quicklebendig: Er hatte den Tiger sogar aus dessen überdachtem Nachtlager verdrängt. Amur schlief nunmehr im Freien darüber.

Amur und Timur müssen ab sofort dennoch - sicher ist sicher - die Nacht getrennt verbringen. Ein Zaun trennt sie. Am Tag dürfen sie weiter zusammen spielen. Leider scheint ihnen das nicht genug zu sein. Der Tiger, der kein Ziegenfleisch mehr zu fressen bekommt, wird ohne seinen Freund nervös.

Es gibt bereits ein Amur-Timur-Onlineforum. Darauf wird vermutet, Amur und Timur seien deshalb so gute Freunde, weil der eine von Fleisch und der andere von Heu und Gemüse lebe. Ihre Interessen gerieten nicht aneinander. Vielleicht aber, so spekulieren andere, handelt es sich hier einfach um einen klassischen Fall von romantischer Liebe. Axel Eichholz Foto: dpa/Vitaliy Ankov

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