Zwei bis drei Windparks auf See pro Jahr
Nord-Regierungschefs für Ausbau der Offshoreanlagen
Wismar. Die Regierungschefs der norddeutschen Bundesländer haben sich für den konsequenten Ausbau der Windenergie an Land und auf hoher See ausgesprochen. Bei der anstehenden Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) dürfe der angestrebte Anteil der regenerativen Energien von 40 bis 45 Prozent am gesamten Stromverbrauch für 2025 keine Obergrenze sein, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Montag zum Abschluss des »Windenergiegipfels« in Wismar.
In einem sogenannten Wismarer Appell fordern die Nord-Regierungschefs gemeinsam mit dem Bundesverband Windenergie, dem Arbeitgeberverband Nordmetall und der IG Metall Küste den weiteren Zubau an Land von 2,5 Gigawatt Leistung pro Jahr. Auf See sollen auch im kommenden Jahrzehnt zwei bis drei Windparks pro Jahr neu ans Netz gehen. Der Appell sei »eine sehr starke Wortmeldung« in Richtung Berlin, erklärte Sellering.
Es sei wichtig, dass die Nordländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen eine gemeinsame Linie verfolgen, um gegen die Interessen etwa der Kohleindustrie oder süddeutschen Bundesländer bestehen zu können, sagte Sellering. »Uns ist klar, dass das kein leichter Weg sein wird.« Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, betonte, dass auch in Nordrhein-Westfalen und den Südländern Tausende Arbeitsplätze in den Zulieferindustrien entstanden seien. Auch diese könnten gefährdet sein.
Die Bundesregierung plant, im Rahmen der EEG-Reform ab 2017 die Förderung über feste Stromvergütungen durch Ausschreibungen abzulösen, bei denen der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält. Die daraus resultierenden höheren Kosten und Risiken für Investoren würden der Energiewende schaden und zum Ausbaustopp führen, fürchten die Regierungschefs.
»Wir brauchen Verlässlichkeit, es darf keinen Fadenriss geben«, sagte Sellering. Gerade die Offshore-Windkraft sei der industrielle Pfeiler der Energiewende. Schon ein ein- oder zweijähriger Ausbaustopp könnte angestrebte Kostensenkungen verhindern. Je mehr die Windenergie entwickelt werde, desto preiswerter könne schließlich der Strom produziert werden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) betonte: »Wir müssen unsere Klimaschutzanstrengungen steigern, um unsere Ziele zu erreichen - bereits bis 2020, aber auch und gerade darüber hinaus.« dpa/nd
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