Politischer und mit mehr Gewalt
Fernsehkrimis
Die deutschen Fernsehkrimis befassen sich in zunehmendem Maße mit gesellschaftlichen Themen, spielen aber auch Gewaltszenen voller Brutalität immer öfter aus. Das ist zumindest die Einschätzung der Veranstalter des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals in Wiesbaden, das in diesem Jahr vom 8. bis 13. März stattfindet.
Eine Vorjury hatte nach Angaben von Jurorin Anne Even insgesamt 59 Filme angesehen, die von verschiedenen Fernsehsendern eingereicht wurden. Zwei der acht für die Endrunde des Wettbewerbs nominierten Krimis stammen vom Privatsender Sat 1: »Die Ungehorsame« von Regisseur Holger Haase mit Felicitas Woll und Marcus Mittermaier sowie die in den 1920er Jahren spielende »Mordkommission Berlin 1« von Marvin Kren mit Friedrich Mücke und Tobias Moretti. Im vergangenen Jahr hatte es dagegen kein Beitrag eines Privatsenders ins Finale geschafft.
Bei den übrigen acht Finalisten dieses Jahres handelt es sich um den Tatort »Verbrannt« des NDR, »Vertraue mir« des ZDF, »Operation Zucker. Jagdgesellschaft« des BR, den Tatort »Wer bin ich?« des HR, um »Trash Detective« des SWR, »Auf kurze Distanz« des WDR, den Polizeiruf 110 »Kreise« des BR sowie um »Wenn Du wüsstest, wie schön es hier ist« von ORF und Arte.
Vorjurorin Even beklagte nach dem Ansehen der 59 Krimis die zunehmende Tendenz zu Brutalität. »Jede Gewalt- und Horrorszene muss ausgespielt werden«, sagte sie und führte den Trend auf die weit verbreiteten Krimis aus Schweden zurück, die das vorgäben. epd/nd
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