Bildung statt nur Betreuung

Jürgen Amendt meint, dass Kitas nicht nur Betreuungseinrichtungen sind.

  • Lesedauer: 1 Min.

Dass Bildung nicht erst mit dem Schuleintritt beginnt, gehört heute zum Basiswortschatz von Politikern. Allerdings wird in der Kita-Praxis wenig dafür getan, dass aus Betreuungseinrichtungen Bildungseinrichtungen werden. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Qualitätsmanagement (QM). Die ersten Modelle des Qualitätsmanagements in der frühkindlichen Bildung wurden in Deutschland bereits vor rund 20 Jahren entwickelt und nach und nach in den Kitas eingeführt. Die Kindertagesstätten können heute aus einer Vielzahl von Konzepten wählen. Die meisten Konzepte basieren auf der Deutschen Industrienorm DIN EN ISO 9000. Durch diese Norm werden Mindestanforderungen an ein QM-System definiert, denen ein Betrieb zu genügen hat. Die Anforderungen umfassen alle Bereiche eines Betriebs, im Falle einer Kita beispielsweise sowohl die Personalführung, die Arbeitsorganisation, die Größe der Räume wie die pädagogischen Mindeststandards.

Alle Formen des Qualitätsmanagements kommen allerdings aus der Regelungs- und Steuerungstechnik der Wirtschaft und werden auf den Bildungs- und Erziehungsbereich übertragen. Fachleute wie der Bielefelder Bildungspsychologe Rainer Dollase sehen eine solche Eins-zu-Eins-Umsetzung daher skeptisch; sie sei der Entwicklung von Bildungsqualität eher hinderlich, kritisiert er. Kinder sind keine Maschinen oder Fertigungsprozesse, die auf Knopfdruck reagieren.

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