Baumschützer
PERSONALIE
Das Holz des kambodschanischen Regenwaldes ist gefragt. Rund 50 000 Dollar kann man für den Verkauf eines Kubikmeters erhalten. Der Umweltaktivist Leng Ouch kommt kaum hinter her, die zahlreichen legalen und illegalen Firmen zu stoppen, welche das selten gewordene Edelholz Palisander begehren. Speziell China und die Vereinigten Staaten bieten einen wachsenden Markt für Luxusmöbel, die aus dem Holz des Regenwaldes hergestellt werden.
Die Regierung und ranghohe Militärs verdienen an den Geschäften kräftig mit, behauptet der 39-jährige Gründer der »Kambodschanischen Menschenrechtsarbeitsgruppe« (CHRTF). Der Umweltaktivist ging soweit, dass er jahrelang unerkannt als Arbeiter bei Forstunternehmen und Sägewerken anheuerte, um Beweise für illegales Abholzen und Korruption zu sammeln. Ouch veröffentlichte mehrere Berichte, welche die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsbaronen der Holzindustrie und der Regierung aufzeigen sollen. So sei beispielsweise selbst der Premierminister Hun Sen in zwielichtige Geschäfte verstrickt gewesen. Weitere Berichte zeigen auf, wie vor allem chinesische und westliche Firmen einen von der Regierung rechtlich gedeckten Landraub im Regenwald ausbauen und Zehntausende Dorfbewohner aus Profitgründen vertreiben.
Bezahlt wird Ouch für seine Arbeit kaum. Spender und Nichtregierungsorganisationen machen nach seiner Aussage einen großen Bogen um ihn, um Beziehungen mit der Regierung nicht zu gefährden. Umso erfreuter war der studierte Menschenrechtsanwalt, als er jüngst den sogenannten Goldman-Preis erhielt, der bei Aktivisten als »Nobelpreis des Umweltschutzes« gilt. Ouch wurde dafür geehrt, dass er sich bereits seit 20 Jahren für die Belange des Regenwaldes und der in ihm lebenden Menschen einsetzt - oft auch unter Lebensgefahr. Der Familienvater erhielt bereits mehrere Morddrohungen, in den letzten Monaten musste er in verschiedenen Verstecken untertauchen. Das Risiko will Ouch weiter auf sich nehmen: »Nicht viele können diesen Job machen.«
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.