Einer, der geblieben war
Sydney Schanberg tot
Der »New York Times«-Korrespondent Sydney Schanberg, dessen Berichte über das Terrorregime der Roten Khmer Grundlage für den Film »The Killing Fields - Schreiendes Land« waren, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Nach Angaben seines früheren Kollegen Charles Kaiser starb der Pulitzer-Preisträger am Samstag nach einem Herzinfarkt in Poughkeepsie (New York).
Schanberg hatte gemeinsam mit seinem kambodschanischen Assistenten und Freund Dith Pran bis 1975 für die »New York Times« über den Bürgerkrieg in Kambodscha sowie über die Eroberung der Hauptstadt Phnom Penh durch die Roten Khmer berichtet. Sie blieben, als andere westliche Reporter und Diplomaten das Land bereits verlassen hatten. Schließlich aber mussten auch sie vor dem zunehmenden Terror flüchten und fanden Schutz in der französischen Botschaft.
Schanberg konnte schließlich ausreisen, aber Dith blieb zurück und verbrachte die nächsten Jahre in Arbeitslagern. 1979 konnte er nach Thailand und dann in die USA fliehen, wo er seine Familie und seinen Freund wiederfand. Schanberg schrieb ein Buch über die Erfahrungen, »The Death and Life of Dith Pran«, das den britischen Regisseur Roland Joffe zu »The Killing Fields« inspirierte. Als Dith 2008 an Krebs starb, trauerte Schanberg sehr um seinen Freund. Er erklärte damals, ohne seinen kambodschanischen Assistenten hätte er seine Arbeit nicht machen können. Die »New York Times« beschrieb Schanberg als »fast idealen Korrespondenten«. AFP/nd
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