Abschiebungen auf Rekordniveau

Deutsche Behörden schieben so viel ab wie seit 2003 nicht mehr

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Düsseldorf. Trotz Kriegen und humanitärer Krisen schieben deutsche Behörden so viel ab wie seit dem Jahr 2003 nicht mehr. Nachdem im gesamten Vorjahr 20.888 Abschiebungen gezählt wurden, seien es im laufenden Jahr allein bis Ende September bereits 19.914 gewesen, berichtet die »Rheinische Post« am Freitag unter Berufung auf Unterlagen der Bundespolizei. Fast drei Viertel der Betroffenen seien abgelehnte Asylbewerber aus Westbalkanstaaten. Dem Bericht zufolge gibt es Schätzungen, dass die Zahl bis Jahresende auf 26.500 Abschiebungen steigen könnte. Das wäre der höchste Wert seit dem Jahr 2003.

Dabei sich die Behörden nicht, Schutzsuchende auch in Kriegsregionen auszuweisen. So wurde bereits am Donnerstag bekannt, dass Deutschland plant, 12.500 aus Afghanistan geflüchtete abgelehnte Asylbewerber abzuschieben. Dies geht aus eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage LINKEN hervor. Die offizielle Begründung: »Eine Verschlechterung der Sicherheitslage im gesamten Land kann nicht bestätigt werden«, so das Ministerium.

Die jüngsten Anschläge hätten »auf mörderische Weise deutlich« gemacht, dass Afghanistan, entgegen aller Behauptungen der Bundesregierung, kein sicheres Land sei, entgegenete indes LINKE-Außenexperte Stefan Liebich. nd/dpa

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