APEC warnt die USA vor Abschottung
Asiatisch-Pazifischer Gipfel fordert »offene Märkte«
Lima. Die Pazifik-Anrainerstaaten haben angesichts der bevorstehenden Präsidentschaft von Donald Trump vor einer Abschottung der US-Wirtschaft gewarnt. In der Abschlusserklärung des Gipfels des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) in Lima, deren Entwurf der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlag, werden »offene Märkte« und der »Kampf gegen jede Art des Protektionismus« gefordert. Der scheidende US-Präsident Barack Obama kam in Lima zum neunten und letzten Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping zusammen.
Protektionismus werde den Handelsaustausch schwächen und damit die wirtschaftliche Entwicklung »verlangsamen«, heißt es im Entwurf der Abschlusserklärung. Der Besuch in Peru war die Schlussetappe auf Obamas letzter Auslandsreise in seiner achtjährigen Präsidentschaft. Der Gastgeber, Perus Präsident Pablo Kuczynski, hatte schon bei der Eröffnung des APEC-Treffens gesagt, es sei wichtig, »dass der Welthandel wieder wächst und dass Protektionismus besiegt wird«. Trump, dessen Präsidentschaft im Januar beginnt, hatte sich im Wahlkampf äußerst skeptisch gegenüber dem Freihandel geäußert.
Xi sagte bei dem Treffen mit Obama, nach der Wahl Trumps stünden die Beziehungen beider Länder vor einem »entscheidenden Moment«. Washington und Peking müssten sich nun auf ihre Zusammenarbeit konzentrieren, ihre Differenzen beilegen und einen »reibungslosen Übergang« in ihren Beziehungen sicherstellen, fügte der chinesische Präsident hinzu. Er hoffe, dass das Verhältnis beider Länder »weiter wachsen« werde. Obama erklärte, er sei überzeugt, dass »eine konstruktive Beziehung zwischen den USA und China unseren beiden Völkern und dem gesamten Globus nützt«. Facebook-Chef Mark Zuckerberg warnte beim APEC-Gipfel vor Tendenzen zum »Abkoppeln«. Mit Blick auf Trump und das Votum der Briten für einen EU-Austritt sagte Zuckerberg, die Option für das Abkoppeln gehe mit dem Risiko »geringeren Wohlstands« einher. AFP/nd
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