Inklusion an Schulen wird zurückgestellt
Ramelow: Thüringen nimmt sich mehr Zeit für Qualität
Erfurt. Die rot-rot-grüne Landesregierung Thüringens will sich beim gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht-behinderten Schülern mehr Zeit nehmen. Das Thema werde zunächst zurückgestellt, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow in einem Interview der »Thüringischen Landeszeitung«. »Das ist möglich, denn bei diesem Thema sind wir derzeit bereits auf einem guten Level.« Ziel sei es, Schulen, die gemeinsamen Unterricht anbieten, zu unterstützen. Es gehe aber nicht darum, auf eine möglichst hohe Zahl von Inklusionsschulen zu setzen.
Laut Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün sollen das Thüringer Schulgesetz und das Förderschulgesetz zu einem inklusiven Schulgesetz zusammengeführt und die Rahmenbedingungen für inklusive Schulen verbessert werden. Zunächst sollen aber laut Ramelow die Ergebnisse einer Kommission abgewartet werden: »Mir geht es um Qualität vor Geschwindigkeit.«
Der Lehrerverband hatte vor wenigen Wochen moniert, dass für inklusiven Unterricht etwa 600 Sonderpädagogen fehlen. Auch müssten die finanziellen und baulichen Bedingungen zuerst geklärt und geschaffen werden. Sonst schaffe ein neues Schulgesetz Fakten, die nicht zum Nutzen der Kinder, Eltern und Lehrer erfüllt werden könnten. dpa/nd
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