Farce auf den Kunstbetrieb
Filmfestival Cannes
Zum ersten Mal in der Geschichte geht die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes nach Schweden. Die böse Gesellschaftssatire »The Square« wurde am Sonntagabend mit der höchsten Auszeichnung geehrt. Regisseur Ruben Östlund erzählt darin von einem Museumskurator, dessen Leben auf den Kopf gestellt wird, als er sein Handy verliert. »The Square« wird so zu einem Abbild der bürgerlichen Gesellschaft und wirft Fragen zu Moral, Vertrauen und Männlichkeit auf. Der als Farce auf den Kunstbetrieb angelegte Beitrag wurde vom Jury-Vorsitzenden Pedro Almodóvar als »Film über die Gegenwart, unseren Umgang mit den Medien und als Appell gegen die Diktatur der politischen Korrektheit« gelobt.
Mit dem Großen Preis der Jury wurde Robin Campillos Drama »120 battements par minute« über den Kampf von Aids-Aktivisten gewürdigt. Der Jurypreis ging an den Russen Andrej Swjaginzew für sein Familiendrama »Nelyubov (Loveless)«. Für die beste Regie vergab die Jury den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für das Werk »Die Verführten«. Der Film mit Nicole Kidman und Kirsten Dunst spielt zur Zeit des US-Bürgerkriegs.
Die Auszeichnung für das beste Drehbuch verlieh die Jury an zwei Filme: Die Griechen Giorgos Lanthimos und Efthimis Filippou gewannen mit dem Psychothriller »The Killing of a Sacred Deer« - während die Schottin Lynne Ramsay für ihren Thriller »You Were Never Really Here« ausgezeichnet wurde. Ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix wurde außerdem als bester Schauspieler geehrt.
Den Preis als beste Hauptdarstellerin gewann Diane Kruger für ihre Leistung in Fatih Akins NSU-Drama »Aus dem Nichts«. Die 40-Jährige spielt darin eine Frau, die bei einem Bombenanschlag durch zwei Neonazis in Hamburg ihren Ehemann und den Sohn verliert. Agenturen/nd Personalie Seite 4
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