Peter Krämer

2. 12. 1950 - 20. 6. 2017

  • Lesedauer: 1 Min.

»Roter Reeder«, so nennt ihn die Hamburger Lokalpresse. Selbst Linken galt er als »ehrbarer Kaufmann«. Peter Krämer gehörte die Reederei CST, deren Schiffe unter Billigflagge fahren. Und er gründete das UNICEF-Projekt »Schulen für Afrika«. Mit Hilfe prominenter Botschafter sammelte der Mäzen Spenden ein und steuerte Geld aus seinem üppigen Privatvermögen bei. Dadurch konnten 1500 Schulen gebaut werden. »Bildung ist die Grundvoraussetzung für Wachstum in den Entwicklungsländern und ein Menschenrecht«, sagte der Jurist.

Der Raucher und Vater zweier Söhne fiel öfter aus der Rolle des Reeders. So forderte er höhere Steuern für Reiche. »Wir müssen stärker umverteilen, damit wir keine soziale Spaltung kriegen«, lautete sein Credo.

2015 durchsuchte die Justiz die Firma, da sie über Filialen in Zypern und Gibraltar zu wenig Steuern gezahlt haben soll. Das bestritt Krämer. »Mitschuldig« sei er aber an der Schifffahrtskrise seit 2008. »Die meisten von uns haben unglaublich viel verdient. Wir waren berauscht von dem naiven Glauben: Es geht immer nur aufwärts.«

Dass seine Reederei Chemikalien transportierte, wussten nur wenige. In dieser Nische konnte sie überleben. Doch zuletzt blieben CST nur noch 23 von einst 44 Schiffen. hape

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