Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo freigelassen
Chinesischer Menschenrechtler leidet an einer unheilbaren Leberkrebserkrankung
Peking. Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist aus der Haft entlassen worden. Bei ihm sei im Mai eine unheilbare Leberkrebserkrankung festgestellt worden, kurz darauf sei er aus medizinischen Gründen freigekommen, erklärte sein Anwalt am Montag. Der 61-Jährige ist zur Behandlung vom Gefängnis ins Krankenhaus in Shenyang in der Provinz Liaoning gebracht worden.
Der Menschenrechtler in China war 2009 wegen »Untergrabung der Staatsgewalt« zu elf Jahren Haft verurteilt worden. 2010 erhielt er den Friedensnobelpreis. Entgegennehmen konnte er die Auszeichnung nicht. Stattdessen nahm seine Frau Liu Xia den Preis an. Sie steht inzwischen auch unter Hausarrest.
Liu Xiaobo war Ehrenvorsitzender des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller und Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten »Charta 08«, in der demokratische Reformen für China gefordert werden. 1989 hatte sich der Literaturwissenschaftler an den Studentenprotesten in Peking beteiligt, die in der Nacht vom 3. auf dem 4. Juni auf dem Tiananmen-Platz niedergeschlagen wurden. Auch damals wurde er bereits für mehrere Jahre in Haft. Agenturen/nd
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