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Dialog oder Kriegsrhetorik?
Roland Etzel zur Politik der USA gegenüber Nordkorea
Wer definiert die Richtlinien der US-Außenpolitik, und vor allem: Worin bestehen diese? Darf man das Gesprächsangebot von Außenminister Tillerson an Nordkorea als seriös betrachten und auf eine Entspannung der Situation wenigstens von US-Seite hoffen? Immerhin ist es keine zehn Tage her, dass sein Präsident dem ostasiatischen Staat von der Tribüne der UN-Vollversammlung »mit der vollkommenen Zerstörung« drohte.
Angesichts des bisher erlebten Wütens Trumps im (außen)politischen Porzellanladen mag man an ein abgestimmtes Vorgehen beider Politiker nicht glauben. Und noch am Sonntag bestätigte Trump diese Vermutung, indem er Tillersons Auftritt konterkarierte. Dennoch möchten sich die verunsicherten Verbündeten daran klammern, dass gelten möge, was Tillerson bei seinem China-Besuch als Linie vorgegeben hat. Sein Kollege Gabriel hat jedenfalls keine 24 Stunden verstreichen lassen, um sich eindeutig auf Tillersons Seite zu schlagen.
Viel Anlass, daran zu glauben, dass in dem Konflikt nun endlich die Diplomatie zum Zuge kommt, gibt es bislang aber nicht. Das ins Spiel gebrachte Angebot Deutschlands als Vermittler hat Washington öffentlich bisher keiner Würdigung für wert befunden. Auch innerhalb der EU ist eine deutliche Abkehr von der Konfrontationspolitik bisher nicht in Sicht.
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