Lieber kein Sex ohne Kitaplatz

MEINE SICHT

  • Lesedauer: 1 Min.

In Berlin soll es 12 000 freie Kitaplätze geben. Aber falls sie wirklich verfügbar sind und nicht wegen Erziehermangels unbesetzt bleiben müssen - sie werden nicht lange reichen. Denn zu Beginn des neuen Schuljahres waren es noch 30 000 freie Plätze. Die Einschulung, durch die auf einen Schlag viele Kitaplätze frei werden, gibt es nur einmal im Jahr, Kinder kommen in der Hauptstadt jede Stunde zur Welt. 38 030 Geburten weist die jüngste Statistik für das Jahr 2015 aus.

Beinahe alltäglich sind die Sorgen junger Eltern, die verzweifelt einen Kitaplatz in erreichbarer Entfernung suchen. Wer schwanger nach einer Betreuungsmöglichkeit fahndet, ist schon zu spät dran. Besser wäre, sich danach umzusehen, bevor man überhaupt riskiert, Sex zu haben.

Ein bisschen Lob hat die Politik dennoch verdient. Dass eine Kitaleiterin ab dem 1. August 2019 schon bei 90 statt 100 Knirpsen für ihre Chefaufgaben freigestellt werden soll, ist völlig richtig, wenn Kitas vernünftig geführte Bildungsstätten sein sollen und nicht bloß Verwahreinrichtungen. Richtig ist auch die gänzliche Abschaffung von Elternbeiträgen zum 1. August 2018. Da ist Berlin viel weiter als Brandenburg. Dort soll es zum selben Datum gerade einmal einen zaghaften Einstieg in die Beitragsfreiheit geben.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -