Der Beruf und die Bezahlung

MEINE SICHT

  • Lesedauer: 2 Min.

Berufsberatung ist auf alle Fälle sinnvoll. Denn eine große Zahl der Mädchen und Jungen stürzt sich auf eine sehr kleine Zahl beliebter Berufe und sieht gar nicht die anderen Möglichkeiten, die zu den Interessen und Fähigkeiten passen. Eine gute Berufsberatung verhindert auch, dass Jugendliche die eine oder andere Ausbildung beginnen, aber hinschmeißen, weil diese Lehre dann nicht ihren Vorstellungen entspricht.

Bernd Becking, Regionaldirektionschef der Arbeitsagentur, zeigte sich am Montag überzeugt vom Erfolg der 2014 eingerichteten Jugendberufsagentur Frankfurt (Oder), die auf junge Menschen unter 25 Jahren ausgerichtet ist. Tatsächlich können sich die Zahlen sehen lassen. Von 441 Lehrstellen, die der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder) im Ausbildungsjahr 2016/17 gemeldet worden sind, wurden immerhin 423 besetzt - viele davon mithilfe der Jugendberufsagentur, wie es heißt. »Ein guter Schulabschluss und eine solide Ausbildung sind der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit«, erklärt die Regionaldirektion. Sie hat damit zweifellos Recht. Bekanntlich sind die Arbeitslosenquoten unter den gering Qualifizierten immer überdurchschnittlich.

Aber Vermittlung hin oder her. Entscheidend für die sinkenden Arbeitslosenzahlen war in den zurückliegenden Jahren, dass neue Jobs entstanden und dass viel mehr Menschen in den Ruhestand traten als Schulabgänger nachrückten.

Doch wenn nach der Ausbildung nur eine Beschäftigung auf Mindestlohnniveau winkt, oder mit Tricks der Firmen sogar weniger als das, oder wenn zwischen Elternhaus und Ausbildungsbetrieb keine akzeptable Verbindung mit Bus und Bahn besteht, dann ist es kein Wunder, wenn sich für bestimmte Lehrstellen kein Lehrling findet.

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