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Noch ein weiter Weg
Olaf Standke über den Landminenreport 2017
Im Dezember 1997 wurde das sogenannte Ottawa-Abkommen zum Verbot von Anti-Personenminen unterzeichnet, das nicht nur deren Einsatz, sondern auch die Produktion, Lagerung sowie den Transfer ächtet und die Unterstützung betroffener Länder durch Minenräumung und Opferhilfe fordert. Zu Recht hat man den Vertrag nun 20 Jahre später als großen Sieg engagierter Staaten und einer weltweiten Bürgerinitiative gewürdigt. Der Friedensnobelpreis war verdiente Anerkennung für die internationale Landminenkampagne.
Doch die Aktivisten wissen auch, wie weit der Weg zum erklärten Ziel noch ist, bis 2025 eine Welt ohne diese besonders für die Zivilbevölkerung so heimtückischen Waffen zu erreichen. Der jetzt vorgelegte Landminenmonitor 2017 zeigt das drastisch. Denn obwohl inzwischen 162 Staaten das Abkommen signiert haben, belegt der Report erneut einen massiven Anstieg der Opferzahlen. Mindestens 8605 Menschen wurden 2016 durch Minen und explosive Kriegsreste getötet oder verletzt, über 5000 mehr als noch drei Jahre zuvor. Geschuldet ist diese dramatische Zunahme vor allem den akuten Konflikten in Afghanistan, Jemen, Libyen und der Ukraine. Umso wichtiger ist es, international noch stärker Druck auf die Konfliktparteien auszuüben und das humanitäre Völkerrecht nachhaltig durchzusetzen. Das Treffen der Vertragsstaaten in den nächsten Tagen in Wien bietet dafür die richtige Bühne.
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