Ein Drittel ist weiblich

Der Frauenanteil in der Führung von Behörden steigt nur leicht

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Berlin. In den Bundesbehörden ist der Frauenanteil in Führungspositionen im vergangenen Jahr nur leicht angestiegen. Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Anstieg um 1,3 Prozentpunkte auf insgesamt 35,3 Prozent verzeichnet, wie das Bundesfamilienministerium am Montag mitteilte. »Wir haben viele engagierte und gute Frauen, das muss sich auch noch mehr in den Spitzenpositionen widerspiegeln«, erklärte Bundesfrauenministerin Katarina Barley (SPD).

Mit rund 56 Prozent hätten Barleys Ministerium sowie mit 60 Prozent das Bundesverfassungsgericht die mit Abstand höchsten Anteile an Frauen in Leitungsfunktionen. Auch etwa das Bundesumweltministerium (37 Prozent) und das Bundespresseamt (39 Prozent) lagen demnach über dem Durchschnitt.

Dagegen seien im Bundesrechnungshof nur rund ein Viertel aller Führungspositionen mit Frauen besetzt, ebenso beim Auswärtigen Amt und dem Finanzministerium. In 19 von 24 Behörden habe sich der Frauenanteil 2017 erhöht - aber 22 beschäftigen demzufolge immer noch weniger Frauen als Männer in Leitungsfunktionen. »Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Frauen in Führungsverantwortung. Der Bund geht in Sachen Gleichstellung mit gutem Beispiel voran«, erklärte Barley und räumte ein: »Doch können wir auch hier noch besser werden.« Seit 2015 sei der Anteil um 2,7 Prozentpunkte gestiegen. Insgesamt arbeiten in den meisten Behörden den Angaben zufolge mehr Frauen als Männer. Nur bei drei der 24 Behörden habe der Männeranteil an den Beschäftigten insgesamt überwogen.

Zur Leitungsebene zählen demnach etwa Referats- und Unterabteilungsleitungen. Höchste politische Führungsfunktionen wie Ministerposten, Parlamentarische Staatssekretärs- oder Präsidentenämter bleiben dabei unbeachtet. Das Statistische Bundesamt erhebt jährlich zum Stichtag für das Familienministerium diesen sogenannten Gleichstellungsindex. Der Stichtag war der 30. Juni. AFP/nd

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