Pflegebranche fordert mehr Geld und Personal
Berlin. Angesichts der Lücken in der Altenpflege wird der Ruf nach mehr Fachkräften für die Pflegebranche lauter. »Wir brauchen mehr Personal«, sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, am Dienstag in Berlin. Die Personalschlüssel müssten verbessert werden. »Die Schere zwischen pflegebedürftigen Menschen und der Zahl derjenigen, die in den nächsten 10, 20 Jahren überhaupt noch pflegen können, wird auseinanderlaufen«, warnte Meurer. »Das hat höchste Priorität.« Der Vizepräsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Rolf Rosenbrock, sagte: »Wir haben einen riesengroßen Personalmangel.« Der heutige Durchschnittslohn von monatlich 2621 Euro brutto reiche nicht aus, um Pflegekräfte zu gewinnen. Das Ziel müsse sein, dass niemand mehr mit einem Gehalt unter 3000 Euro brutto eingestellt werde. Meurer und Rosenbrock warfen Union und SPD vor, zu wenig über die Finanzierung ihrer Pflege-Versprechungen gesagt zu haben. Kritik, die auch Linksparteichef Bernd Riexinger teilt: »Den Pflegenotstand in Deutschland wollen SPD und Union mit einer ›Konzertierten Aktion Pflege‹ bekämpfen. Angesichts der im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen ist das Verbal-Aktionismus zulasten der Pflegebedürftigen und der Beschäftigten. Die Maßnahmen gegen den Pflegenotstand lassen sich an einer Hand abzählen.« dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.