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Hans Erxleben
17. 7. 1946 - 29. 4. 2018
Mit Hans Erxleben verliert Berlin einen seiner engagiertesten Streiter im Kampf gegen Rechts. Der Linkspartei-Politiker setzte sich viele Jahre für ein demokratisches und weltoffenes Gemeinwesen Treptow-Köpenick ein. Kaum eine Demonstration gegen Neonazis im Bezirk, die nicht vom langjährigen Sprecher des Bündnisses für Demokratie und Toleranz angemeldet worden war. Als Verordneter der Bezirksversammlung in Treptow-Köpenick saß Erxleben zudem lange dem Integrationsausschuss vor. Die Willkommenskultur sowie der Einsatz für Geflüchtete war ihm, bis ihn eine schwere Krankheit davon abhielt, ebenfalls eine Herzensangelegenheit. Sein Engagement machte Erxleben zum Ziel von Attacken, die wahrscheinlich von Neonazis verübt wurden: Einmal wurde sein Briefkasten gesprengt, ein anderes Mal sein Auto in Brand gesetzt, im Mai 2017 stellte Erxleben gelockerte Radmuttern fest.
Aufsehen erregte im Frühjahr 2017 die Verleihung der bezirklichen Bürgermedaille an Erxleben. Boulevardmedien und rechte Parteien kritisierten die Vergangenheit von Hans Erxlebens beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Mit seiner Biografie war er stets offen umgegangen, das MfS hatte ihn wegen »Nichteignung« bereits Anfang der 70er Jahre entlassen. mkr
Shah Marai
† 30. 4. 2018
Seine Fotos aus Afghanistan erschienen auf der ganzen Welt, dabei hatte Shah Marai nie eine Fotografenausbildung genossen. 1995 nahm Marai in Kabul eine Anstellung als Fahrer bei der Nachrichtenagentur AFP an, seit 1998 schoss er regelmäßig für diese Bilder. »Ich habe mir das Fotografieren selbst beigebracht, darum versuche ich, mich ständig zu verbessern.« Nach der Machtübernahme der Taliban wurde seine Arbeit gefährlich, oft musste er mit versteckter Kamera arbeiten, die er in seinem Turban unterbrachte. Wegen seiner Tätigkeit wurde er oft bedroht.
Für Marai, dessen Geburtsdatum wie in Afghanistan nicht unüblich unbekannt ist, war die US-amerikanische Invasion 2001 eine Befreiung. Von der Euphorie blieb 15 Jahre später allerdings nicht viel übrig: »Gefühlt hat das Leben noch nie so wenig Aussichten bereitgestellt wie heute«, schrieb er er 2016 in einem Korrespondentenbeitrag auf dem AFP-Blog, überschrieben mit »Wenn die Hoffnung vergangen ist«. Bei einem Anschlag, gezielt gerichtet gegen Journalisten, kam er ums Leben. Shah Marai hinterlässt seine Frau und sechs Kinder. ais
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