Nordkorea verschärft Rhetorik und zerstört Atomtestgelände

US-Präsident Trump erwartet Klarheit über Gipfel mit Machthaber Kim in der kommenden Woche / China pocht auf Treffen

  • Sunghee Hwang, Seoul
  • Lesedauer: 2 Min.

Nordkorea hat die Rhetorik gegenüber den USA wieder verschärft und erneut mit einer Absage des geplanten Gipfeltreffens mit US-Präsident Donald Trump gedroht. Vize-Außenministerin Choe Son Hui bezeichnete jüngste Äußerungen des US-Vizepräsidenten Mike Pence am Donnerstag als »ignorant und dumm«, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuvor betont, er erwarte von Nordkorea Klarheit über das geplante Spitzentreffen.

»Ich kann meine Verwunderung über solche ignoranten und dummen Äußerungen aus dem Mund des US-Vizepräsidenten nicht zurückhalten«, hieß es in der von KCNA verbreiteten Erklärung Choes. »Wir werden die USA weder um einen Dialog anflehen noch die Mühen auf uns nehmen, sie zu überzeugen, wenn sie sich nicht mit uns zusammensetzten wollen«, erklärte Choe. Sie werde Machthaber Kim Jong Un empfehlen, den Gipfel abzusagen, sollte Washington weitere derartige Drohungen äußern.

Derweil hat Nordkorea sein Atomtestgelände unbrauchbar gemacht, wie ausländische Journalisten berichteten, die am Donnerstag bei der Zerstörung dabei sein durften. »Es gab eine riesige Explosion«, so Tom Cheshire vom Sender Sky News. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, es habe über den Tag hinweg eine ganze Reihe von Explosionen gegeben. Als Zeichen der Bereitschaft zu einer Deeskalation hatte Pjöngjang die Zerstörung des Atomtestgeländes Punggye Ri im Nordosten des Landes für diese Woche angekündigt.

Das historische Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim ist eigentlich für den 12. Juni in Singapur geplant. Trump sagte in Washington, er erwarte die endgültige Entscheidung über das Treffen für kommende Woche. Zuvor hatte er eine Verschiebung des Gipfels nicht ausgeschlossen. »Wenn es nicht passiert, passiert es vielleicht später«, sagte er. Trump hatte zuletzt nahe gelegt, dass Chinas Staatschef Xi Jinping eine Rolle dabei gespielt haben könnte, dass Kim das geplante Gipfeltreffen in Frage stellte. Außenminister Wang Yi sagte bei einem Treffen mit Pompeo in Washington am Mittwoch (Ortszeit), er hoffe, dass der Gipfel von Trump und Kim wie geplant stattfinde und erfolgreich sei. »Wenn Sie Lösungen wollen, ist jetzt die Zeit dafür, wenn Sie Frieden wollen, ist jetzt die Zeit dafür.« AFP/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.