Wohnungslose wollen sich selbst vertreten

Bundesweite Struktur soll aufgebaut werden

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Freistatt. Beim dritten Wohnungslosentreffen im niedersächsischen Freistatt sei in der vergangenen Woche der Grundstein für eine künftige bundesweite Selbstvertretung gelegt worden, sagte Koordinator Stefan Schneider am Sonntag zum Abschluss des Camps. Die Situation obdach- und wohnungsloser Menschen werde in der Öffentlichkeit häufig als Defizit beschrieben. »Wir haben aber auch Stärken und Fähigkeiten«, betonte Schneider. Diese wolle man in politische Debatten und soziale Initiativen einbringen.

Bei dem einwöchigen Treffen erarbeiteten die rund 100 Teilnehmer ein Fünf-Punkte-Programm, um die Situation wohnungsloser Menschen zu verbessern. Sie fordern unter anderem eine auf sie zugeschnittene medizinische Versorgung mit mehr Arztmobilen und kostenlosen Medikamenten. Neben einer Akutversorgung müsse auch die Behandlung chronischer Krankheiten möglich sein und die Versorgung psychisch kranker Wohnungsloser verbessert werden.

Zudem müsse das Recht auf eine Wohnung im Grundgesetz verankert werden, so die Teilnehmer. Wohnungslose sollten in Bauvorhaben einbezogen werden. Auch ein höherer Regelsatz an Sozialhilfe für Menschen, die auf der Straße leben, wurde gefordert. epd/nd

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